Was für ein verrücktes Spiel: Die SG Langenhorn/Enge-Sande geriet gegen die U23 vom Eckernförder SV in der 83. Minute mit zwei Toren in Rückstand und konnte in der Nachspielzeit das Spiel noch durch Jonte Corinth mit 6:5 (2:2) für sich entscheiden.
Enge-Sande – „Das war ein sehr verrücktes und aufregendes Spiel“, sagte SG-Trainer Maxim Vasilenko nach dem Last-Minute-Sieg, der seine Mannschaft an die Tabellenspitze katapultierte.
Schon vor dem Spiel hatten die Gastgeber einige Sorgen: Ausfälle durch Verletzungen und Urlaub waren bekannt, trainiert wurde nur mit zehn Spielern. Der Ausfall von Torwart Hauke Asmussen, der aktuell Stammkeeper Jörn Ketelsen vertritt, der sich noch von einer OP erholt, allerdings nicht. Erst eine halbe Stunde vor Anpfiff stand fest, dass Maximilian Dittrich, Keeper der 2. Herren, einspringen musste.
Perfekter Start für die SG Langenhorn/Enge-Sande
Der Auftakt in die Partie war dann aber ganz nach Maß. Jonte Corinth (12.) und Thies Mathes Lucht (14.) brachten die Gastgeber früh mit 2:0 in Führung. Ab der 25. Minute gab die SG das Spiel allerdings komplett aus der Hand. Der Eckernförder SV II belohnte sich ebenfalls mit einem Doppelpack von Tjorve Ole Wischnewski zwischen der 35. und 38. Minute zum 2:2-Ausgleich. „Eckernförde hat es dann auch sehr gut gemacht und die Tore gut herausgespielt“, musste auch Max Vasilenko anerkennen.
Erneuter Doppelpack: Eckernförder SV dreht das Spiel
Nach der Pause gab es dann direkt den nächsten Doppelpack der Gäste und die kalte Dusche für die SG Langenhorn/Enge-Sande. Mike Haman (48.) und Niclas Krause (50.) drehten das Spiel und plötzlich lagen die Gäste aus Eckernförde mit zwei Toren in Front. „Wir wurden nach Ballverlusten mit viel Tempo ausgekontert. Fußballerisch war der ESV die beste Mannschaft, gegen die wir in dieser Saison bisher gespielt haben. Die waren echt stark“, lobt Vasilenko den Gegner. „Die spielen von der ersten bis zur letzten Minute Fußball.“ So wurden sich auch alle Tore aus dem Spiel heraus erarbeitet. „Dass wir uns fünf Dinger fangen, lag überhaupt nicht an Max. Das waren fünf Schüsse, fünf Tore. Jeder Schuss gegen uns ist in dieser Saison ein Treffer. Da haben wir noch Nachholbedarf.“
Die eigentliche Vorentscheidung
Vor dem fünften ESV-Treffer durch Max David Böhmer in der 83. Minute gelang Brar Momme Lucht der zwischenzeitliche Anschlusstreffer zum 3:4 (69.), der die SG wieder hoffen ließ. „Da hatten wir noch genug Zeit, um zurückzukommen. Da haben wir auch dran geglaubt.“ Durch den Konter von Böhmer wussten aber auch die Gastgeber, dass es nun schwierig werden würde, in den verbleibenden Minuten das Spiel noch zu drehen.
Corinth schießt die SG in der Nachspielzeit zum Sieg
Doch dann folgte der SG-Wahnsinn: Zwei Minuten nach dem bitteren 3:5 gelang Torge Domeyer der erneute Anschlusstreffer aus dem Nichts zum 4:5 (85.), ehe Lasse Sönksen in der Schlussminute der regulären Spielzeit tatsächlich noch den Ausgleich erzielen konnte (89.). Nach einem Domeyer-Freistoß für die SG Langenhorn/Enge-Sande, der an die Latte ging, fiel der Ball Sönksen vor die Füße, der aus zehn Metern den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste. „Die Jungs haben nicht aufgesteckt und alles auf dem Platz gelassen“, zeigte sich Vasilenko begeistert. „Und dann kommt dieses Spielglück, das du hast, wenn du oben stehst.“
In der Nachspielzeit erreichte eine Flanke aus dem Halbfeld heraus vom eingewechselten Jannick Lübke noch Jonte Corinth, der den Ball im 16er überragend annahm, zwei Gegenspieler stehen ließ und mit einer feinen Einzelaktion den Ball ins lange Ecke zum umjubelten 6:5 beförderte (90.+3).
„Wir sind überglücklich“
„Wir sind überglücklich, dass wir die drei Punkte zu Hause behalten haben. Das hat zehn Minuten vor Schluss nicht mehr danach ausgesehen. Umso größer ist die Freude, dass wir das Spiel noch gewonnen haben.“
Die SG Langenhorn/Enge-Sande steht mit 31 Punkten nun an der Tabellenspitze der Verbandsliga Nord – zwei Punkte vor dem TSB Flensburg II, die bereits ein Spiel mehr ausgetragen haben. Für den neuen Tabellenführer geht es nun am Samstag zu DGF Flensborg. (msc)
