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Durch “Shorty” wurde ich zu der Spielerin, die ich heute bin – Merle Carstensen im TNS Spieltags Talk

Merle Carstensen spricht im TNS Spieltags Talk über eine unglaubliche Zweitliga-Saison, nimmt uns mit in ihren Spielerinnen-Alltag und erzählt über ihr besonderes Vertrauensverhältnis zu Trainer “Shorty” Linde.

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Die Kapitänin der "Nordfrauen": Merle Carstensen. Fotos: SPEEDPhotos.de

Merle Carstensen führte als Kapitänin den TSV Nord Harrislee zurück in die zweite Bundesliga. Dort sorgte sie mit ihrer Mannschaft bereits für viele Überraschungen, zuletzt zog man sich gegen den amtierenden Meister mehr als beachtlich aus der Affäre. Auch im nächsten Spiel gegen Zwickau muss ihr Team wieder Bestleistung zeigen, um weitere Punkte zu sammeln. Ihre Reise mit den “Nordfrauen” geht auch in der kommenden Saison weiter. Warum sie ihren Vertrag verlängert hat und in der zweiten Liga gut aufgehoben ist, wie ihr Spielerinnenalltag aussieht und welche Rolle dabei ihr Trainer “Shorty” Linde spielt, erzählt sie uns im Spieltags Talk.


Am Samstag hattet ihr mit den “Luchsen” aus Buchholz den amtierenden Meister und Spitzenreiter bei euch in der Holmberghalle zu Gast. Ihr habt euch sehr gut verkauft, wie hast du das Spiel gesehen?

Ich denke, dass wir in dieses Spiel als absoluter Außenseiter gegangen sind. Die „Luchse“ sind zwar ein sehr junges Team, verfügen aber zum Beispiel mit Kim Land über einige sehr erfahrene Spielerinnen. Um diese Mannschaft schlagen zu können müssen alle einen „Sahnetag“ haben und die Fehler auf ein Minimum reduzieren. Dies ist uns in Phasen sehr gut gelungen, jedoch konnten wir dieses Niveau nicht über 60 Minuten halten und haben so ein zwei „leichte Tore“ zu viel rein bekommen. Ich denke dies hat in diesem Spiel den entscheidenden Unterschied gemacht. Insgesamt können wir zufrieden sein mit der Leistung, die wir in diesem Spiel gezeigt haben, auch wenn wir uns natürlich erhofft hätten den Favoriten noch etwas mehr zu ärgern.

Buchholz ist ein Team, dass es verdient hätte in der ersten Liga zu spielen, nur aus finanziellen Gründen sind sie nicht aufgestiegen. Wie ist das für dich gegen solche Mannschaften zu spielen? Kannst du dir in solchen Spielen noch was abgucken?

Im Vorweg ist einem bewusst, dass an dem Wochenende ein sehr intensives und schweres Spiel ansteht, jedoch ist für uns jedes Spiel ein schweres Spiel. Wir müssen in jedem Spiel Bestleistung abrufen, um in dieser Liga bestehen zu können. Wenn man dann erstmal im Spiel ist macht man sich über solche Faktoren keine Gedanken mehr. Ich kann aus jedem Spiel sehr viel mitnehmen und wir als Mannschaft wachsen mit jedem Spiel etwas mehr zusammen. Ich kann mir also nicht nur in solchen Spielen was abgucken, sondern mich in jedem Spiel konstant weiterentwickeln und versuchen jedes Spiel auf meinem persönlichen Bestniveau zu spielen.

Impressionen aus der Saison

 

Am Wochenende habt ihr Spielfrei, danach geht es für euch nach Sachsen. Das Hinspiel konntet ihr deutlich gewinnen. Was erwartest du jetzt vom Rückspiel? Können das schon die entscheidenden Punkte für den Klassenerhalt werden und hättest du vor der Saison damit gerechnet, dass es für euch so gut in der 2. Liga laufen würde?

Erstmal genießen wir alle das freie Wochenende, das erste in diesem Jahr. Ich denke das haben wir uns jetzt auch wirklich verdient. Wir wollen im Rückspiel gegen Zwickau natürlich versuchen die gute Leistung aus dem Hinspiel wieder abzurufen. Wir werden uns genau angucken was wir konkret gegen Zwickau gespielt haben und danach dann unser Konzept für das Spiel aufstellen.

Ich denke, dass in dieser Phase der Saison jeder einzelne Punkt der entscheidende für den Klassenerhalt sein kann. Jedoch sind Punkte gegen direkte Mitkonkurrenten natürlich besonders wichtig einzufahren. Ob dies nun die wirklich entscheidenden Punkte sein können ist schwer zu beantworten, da dafür noch zu viele Punkte auszuspielen sind.

Wir haben uns vor der Saison niemals erträumt, dass wir tabellarisch so gut dastehen werden und sind auf das was wir bis jetzt erreicht haben zurecht sehr stolz. Nun müssen wir nur dafür sorgen, dass wir diese Saison wie geplant nach Hause fahren. Dafür müssen wir in den letzten Spielen nochmal alles investieren.

Kürzlich gab es einen Einblick in euer Spielerinnen-Alltag. Erzähl uns noch mal ein bisschen genauer, wie deine Woche so aussieht. Macht sich der Unterschied zur dritten Liga stark bemerkbar?

Wir haben mit der Mannschaft viermal die Woche Training. Montags haben wir meistens Athletik-Training, wobei dies nach einigen Auswärtsfahrten eher in ein Regenerations-Training umgewandelt wird, um die Busfahrt aus den Knochen zu kommen. Am Dienstag gehe ich vormittags zum Krafttraining in die Flensburg Akademie und abends steht dann Mannschaftstraining an. Dienstag liegt der Schwerpunkt in der Regel auf uns. Wir machen meistens diverse Angriffs- oder Abwehrspiele, um uns zu verbessern. In der Einheit am Mittwoch liegt der Fokus dann meistens auf dem Torabschluss, wobei wir in verschiedenen Übungen und verschiedenen Gruppierungen Angriffsübungen machen. Donnerstags steht dann vormittags die zweite Krafteinheit an und abends liegt der Schwerpunkt des Trainings dann meistens auf der Gegneranalyse und der Verinnerlichung einer Spieltaktik für das am Wochenende anstehende Spiel. Am Freitag mache ich je nachdem wie ich Zeit habe noch eine weitere Einheit in der Flensburg Akademie. Samstag ist dann in der Regel das Spiel, wobei wir bei den Auswärtsspielen meistens schon freitags anreisen und am Sonntag entspanne ich dann meistens. Wobei manchmal auch noch meine E-Jugend ein Spiel hat, bei der ich dann noch an der Seitenlinie stehe.

Der Aufwand, im Vergleich zur dritten Liga was das Mannschaftstraining anbelangt, beträgt zwar nur eine Einheit, jedoch habe ich vorher die Krafteinheiten nicht gemacht und die weiten Auswärtsfahrten, die sich teilweise von Freitag 14 Uhr bis Sonntag 8 Uhr ziehen sind natürlich ein sehr heftiger Unterschied. Jedoch macht es echt sehr viel Spaß und wir haben im Team eine super Stimmung und kommen auch privat super miteinander aus, also wissen wir uns die Zeit im Bus meistens gut zu vertreiben.

“Es gibt sehr viele gute Gründe dem TSV Nord treu zu bleiben”

Du hast deinen Vertrag auch bereits verlängert. Du hast im Januar erzählt, dass du auch den Traum von der 1. Bundesliga hast und bei einem Angebot drüber nachdenken würdest. Kamen auch Angebote von ganz oben oder fiel dir der Verbleib bei den “Nordfrauen” leicht?

Zu dieser Frage möchte ich zunächst nochmal den „Traum erste Liga“ aufgreifen. Ich würde dies so beschreiben, dass man natürlich darüber nachdenkt und es sich sehr aufregend vorstellt erste Liga zu spielen, jedoch ist dies für mich nicht die erste Priorität und ich denke auch, dass ich sportlich momentan viel besser in der zweiten Liga aufgehoben bin. Ich habe gesagt ich würde darüber nachdenken, allerdings denke ich, dass es für jeden Leistungssportler der Traum ist so hoch wie möglich zu spielen, somit würde ich es auch fraglich finden, wenn ein Leistungssportler über ein solches Angebot nicht nachdenkt. Mir fiel der Verbleib bei den „Nordfrauen“ sehr leicht. Ich fühle mich hier in der Mannschaft und im Umfeld total wohl und auch privat liegt mein Mittelpunkt hier im Norden. Zudem habe ich mein Studium auch noch nicht beendet und nachdem wir jahrelang gekämpft haben, um in Harrislee den Leistungshandball wieder nach vorne zu treiben möchte ich doch gerne in dem Verein bleiben, der mir sehr am Herzen liegt. Es gibt also sehr viele gute Gründe dem TSV Nord treu zu bleiben.

 

Auch eurer Trainerteam bleibt bestehen. Wie wichtig ist es für dich einen Trainer-Fuchs wie Shorty Linde an der Seite zu haben? Kann man sich den TSV Nord zur Zeit überhaupt noch ohne das Linde-Duo vorstellen?

Shorty und ich haben durch die jahrelange Zusammenarbeit natürlich einen sehr engen Draht zueinander aufgebaut und als Kapitänin bin ich auch die erste Ansprechpartnerin für ihn, wenn er an die Mannschaft herantreten möchte. Ich bin sehr froh darüber, dass Shorty mir seit Jahren dieses Vertrauen schenkt, nicht nur auf, sondern auch abseits des Spielfeldes. Ich denke durch Shorty bin ich erst zu der Spielerin geworden, die ich heute bin. Er stellt einen immer wieder vor neue Herausforderungen und das ist denke ich das wichtigste, wenn man über viele Jahre zusammenarbeitet. Dass Peer nun seit letzter Saison neben Shorty auf der Trainerbank sitzt ist für uns alle auch sehr wichtig. Die Beiden haben durch ihre familiäre Beziehung zueinander keine Probleme damit sich Dinge direkt zu sagen und durch diese offene Kommunikation zwischen den Beiden haben sie schon den ein oder anderen „Masterplan“ entwickelt. Dies ist für uns Mädels natürlich gerade im taktischen Bereich eine sehr gute Unterstützung und es ist ein sehr gutes Gefühl zu wissen, dass wir auch in die nächste Saison mit diesem tollen Trainer Team gehen können. Wobei natürlich auch die anderen Trainer, Betreuer und Orga-Team Mitglieder gemeint sind.





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