Sa, 28. Mai 2022

Neuer Klub-Boss

Kober setzt bei Vorwärts-Wacker auf die Jugend

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Billstedt – „Lange Kämpfe“ habe er mit seiner Ehefrau ausfechten müssen, gestand Carsten Kober. Schließlich bekam er „grünes Licht“, um beim SC VW Billstedt 04, für den er in den letzten Jahren bereits als Jugendkoordinator tätig war, das Amt des ersten Vorsitzenden von Hans-Werner Hinsch zu übernehmen. „Wir haben die Jugendarbeit bei Vorwärts-Wacker zuletzt gut vorangebracht – und nun haben wir ein sehr starkes Vorstandsteam, in dem meine Mitstreiter und ich viel bewegen wollen“, erklärte der frühere Bundesliga-Profi.

Die Aufgabenverteilung am Öjendorfer Weg wurde bereits vorgenommen: „Wir haben geklärt, wer sich beispielsweise um die Bilanzen, um das Marketing und um den facebook-Auftritt kümmert“, so Kober. Der 53-Jährige selbst treibt derweil zusammen mit Florian Gossow, der nach dem Ausscheiden von Onur Ulusoy nun alleinverantwortlich die Liga-Mannschaft trainiert, deren Personalplanungen voran. „Praktisch ist, dass Gossow in Wilstedt wohnt – da sind die Wege deutlich kürzer, als wenn wir immer nach Billstedt fahren müssten“, berichtete Kober, der in Henstedt-Ulzburg lebt.

In ihren Gedankenspielen nehmen die Talente aus dem eigenen Nachwuchs-Bereich „einen hohen Stellenwert ein“, so Kober, der betonte: „Wir sind stolz darauf, dass wir es nach vier Jahren Pause wieder geschafft haben, eine gute A-Jugend zu haben – und natürlich wollen wir möglichst viele dieser Spieler für unsere Liga-Mannschaft gewinnen.“ Dieser Weg sei „der einzig Richtige“, ist Kober überzeugt. Sollte er erfolgreich beschritten werden, hat Gossow sicher gute Chancen, die Billstedter aus der Landesliga Hansa zurück in die Oberliga Hamburg, der sie letztmals in der Saison 2017/2018 angehört hatten, zu führen.

„Beim Amateur-Fußball stehen mehr die Kameradschaft und das Herzliche im Vordergrund“

Einen Aufstieg würde Kober natürlich auch seinem Ex-Verein Hamburger SV gönnen. Mit dem jetzigen HSV-Trainer Daniel Thioune, mit dem er vom Juli 1997 bis zum Dezember 1998 beim VfL Osnabrück zusammenspielte, habe er „seit seinem Wechsel nach Hamburg dreimal telefoniert“, so der frühere Verteidiger, der feststellte: „Er hat klare Vorstellungen.“ Schmerzlicher noch als die jüngste 2:3-Niederlage der „Rothosen“ beim Schlusslicht Würzburger Kickers fand Kober den Umstand, dass HSV-Kapitän Tim Leibold danach in einem Fernseh-Interview befand, dass die „Einstellung nicht gestimmt“ habe: „Das dürfte auch Thioune kaum gefallen haben“, vermutete Kober.

Vor knapp 24 Jahren, im Mai 1997, schaffte der Abwehrspieler mit Hertha BSC Berlin den Aufstieg aus der Zweiten in die Erste Liga. „Entscheidend war damals eine Serie, als wir nach der Winterpause fünfmal in Folge gewonnen haben“, erinnert sich Kober, wie seine Herthaner den Aufstieg zeitig sicher hatten und es sich leisten konnten, die letzten drei Partien zu verlieren. „So waren wir mit nur 58 Zählern einer der nach Punkten schlechtesten Erstliga-Aufsteiger“, befand Kober mit Blick darauf, dass lediglich drei der seither folgenden Bundesliga-Neulinge eine noch geringere Ausbeute vorzuweisen hatten.
So, wie er dem HSV den Aufstieg gönnt, wünscht Kober den Berlinern den Klassenerhalt in der Beletage – zumal er im Frühjahr 1997 in der Hauptstadt mit dem heutigen Hertha-Trainer Pal Dardai zusammenspielte. Kobers Hauptaugenmerk liegt inzwischen aber klar auf dem Amateur-Fußball: „Dort stehen mehr die Kameradschaft und das Herzliche im Vordergrund.“ Aus Liebe zu seiner Frau stimmte der Ex-Profi derweil zu, dass in Kürze der vierte Hund angeschafft wird – vermutlich auch deshalb gewann er die besagten „Kämpfe“. (kw)

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