Der SG Mitte NF ist mit einem 4:0-Sieg bei Schleswig 06 ein wichtiger Schritt Richtung Klassenerhalt gelungen. RB Obere Treene oder der TSV Nordmark Satrup II werden direkt absteigen.
Schleswig – Die SG Mitte NF, RB Obere Treene und der TSV Nordmark Satrup II kämpfen um den Klassenerhalt in der Verbandsliga Nord – und nach diesem Spieltag wurden die Karten ein letztes Mal vor der Entscheidung noch einmal neu gemischt.
Die besten Chancen auf Rettung hat jetzt eindeutig die SG Mitte NF. Durch den Sieg bei Schleswig 06 hat die SG nun zwei Punkte Vorsprung auf RB Obere Treene. Der Sieg war allerdings auch extrem wichtig, denn überraschend konnte sich RB mit 1:0 bei DGF Flensborg durchsetzen.
Gepatzt hat hingegen der TSV Nordmark Satrup II. Nach dem Sieg innerhalb der Woche gegen IF Stjernen Flensborg hatten die Satruper beste Chancen auf den Klassenerhalt, verloren aber überraschend bei der bereits abgestiegenen SG Eckernförde/Fleckeby, die ihren dritten Saisonsieg feiern konnten. Umso bitterer für Satrup, dass die unmittelbare Konkurrenz siegreich war. Der TSV Nordmark Satrup kann aufgrund des schlechten Torverhältnisses nur noch den Relegationsplatz 13 erreichen, muss dabei darauf hoffen, dass RB beim Husumer SV keine Überraschung gelingt, und die viel schwierigere Aufgabe: Satrup muss das Heimspiel gegen den SV Blau-Weiß Löwenstedt gewinnen.
RB Obere Treene oder der TSV Nordmark Satrup? Wer steigt direkt ab?
Dabei profitiert die SG von der überraschenden Niederlage des TSV Nordmark Satrup II bei der SG Eckernförde/Fleckeby. Die SG Mitte NF hat nun zwei Punkte Vorsprung auf RB Obere Treene, die ebenso überraschend bei DGF Flensborg drei Punkte holen konnten. Die Nordfriesen haben allerdings das beste Torverhältnis der drei Mannschaften. Am letzten Spieltag kann zudem aus eigener Kraft die Klasse gehalten werden, wenn es gegen Eckernförde/Fleckeby geht. RB empfängt Meister Husum, während Satrup auf Löwenstedt trifft. Ob eine Relegation gespielt wird, ist noch offen. Womöglich rettet auch Platz 13 direkt die Klasse.
SG Mitte NF stellt den Spielverlauf völlig auf den Kopf
Für die SG Mitte NF lief es beim SV Schleswig 06 von Anfang an gut. Zwar machten die Gastgeber von Beginn an Druck, aber das Tor fiel auf der anderen Seite. Bereits nach sechs Minuten hatte Kevin Knitel mit einem Abschluss aus 20 Metern seine Mannschaft in Führung geschossen. Unglücklich für Torwart Jonne Klinghagen.
Schleswig 06 hatte auch nach dem Rückstand deutlich mehr Ballbesitz, konnte daraus allerdings wenig machen. Umso effektiver war die SG Mitte NF. Als ein Innenverteidiger den Ball verlor, war erneut Knitel zur Stelle und schoss den Ball mit rechts ins rechte Eck (44.). Und es kam noch bitterer für Schleswig 06: Ein Freistoß von Marc Kliewer fand Paul Otto, der per Kopf auf Lev Jorve Kinsky verlängerte, der ebenfalls per Kopf das 3:0 erzielte (45.+3).
Die SG Mitte NF ging mit einer 3:0-Führung in die zweite Halbzeit, und bei Schleswig 06 fragte man sich, wie das sein konnte. Die Gäste hatten den Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt.
Spalierstehen für den 06-Kapitän
06-Kapitän Tim Niklas Kersten hatte sich seinen Abschied sicher auch anders vorgestellt. In der 64. Minute wurde der Mannschaftsführer ausgewechselt. Die Spieler standen für ihn Spalier. Beide Teams sammelten noch gelbe Karten, das Spiel war längst entschieden. Spätestens in der 84. Minute, als Kinsky in der eigenen Hälfte startete, den Ball ergatterte und an Klinghagen vorbeischob: 4:0.
„Bei einem 4:0-Sieg kann man nicht von unverdient sprechen“
„In unserer Drucksituation bei 06 so abzuliefern, ist eine Wahnsinnsleistung unserer Mannschaft. Man muss sich nur mal die letzten fünf Spiele von 06 angucken, dann weiß man, welch gute Truppe wir da auswärts geschlagen haben“, jubelte Nis Pöhlmann von der SG Mitte NF nach dem wichtigen Dreier. „Auch wenn der Spielverlauf es nicht wirklich widerspiegelt und 06 uns quasi die komplette Spielzeit in die eigene Hälfte gedrängt hat, kann man bei einem 4:0-Sieg nicht von unverdient sprechen. Wir hatten in Halbzeit zwei definitiv die besseren Chancen, das Ergebnis noch höher zu gestalten.“ Pöhlmann weiter: „Wir haben keinen fußballerischen Leckerbissen abgeliefert, allerdings haben wir über alle Mannschaftsteile unfassbar gut verteidigt und unsere Chancen eiskalt genutzt. Großes Lob auch an Coach Hannes Matthiesen, der uns Woche für Woche zu diesen Leistungen bringt.“ Der Klassenerhalt scheint nun nur noch Formsache zu sein. „Das waren heute Big Points im Abstiegskampf. Nichtsdestotrotz werden wir uns wieder neu fokussieren, um nächste Woche in Fleckeby den nächsten Auswärtssieg einzufahren.“ (msc)
