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Jörnis Welt

Das kultige SHFV-Hallenmasters

Das nördlichste Bundesland verfügt als Einziges über eine Endrunde, eine alljährliche Hallenmeisterschaft. Die Rede ist vom SHFV-Lotto Hallenmasters. Jörn Saemann blickt auf die Geschichte des Turniers.

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Thema: Hallenmasters in Kiel

Er ist Flensburgs wandelndes Sportlexikon. Sportjournalist Jörn Saemann teilt exklusiv im TNS Sports Magazin Flensburg seine kuriosesten und lustigsten Erlebnisse und Erinnerungen.


Die Fußballer befinden sich in ihrer wohlverdienten Winterpause. Zumindest, was das Kicken auf dem grünen Rasen angeht. Doch kaum hat das neue Jahr begonnen, zieht es die Mannschaften zur Überbrückung bis Rückrundenbeginn in die Halle. Denn dort steigt seit jeher der sogenannte „Budenzauber“. Und Schleswig-Holstein geht in dieser Beziehung voran. Denn das nördlichste Bundesland verfügt als Einziges über eine Endrunde, eine alljährliche Hallenmeisterschaft. Die Rede ist vom SHFV-Lotto Hallenmasters. Dies findet in diesem noch jungen Jahr, am Sonnabend, 11. Januar (ab 18.30 Uhr), in der Sparkassen-Arena in Kiel statt. Die altehrwürdige Ostseehalle in der Landeshauptstadt ist immer der Schauplatz der Endrunde der besten acht Mannschaften Schleswig-Holsteins. Seit 1999 hat der Schleswig-Holsteinische Fußball Verband (1999) ein vielbeachtetes Event entwickelt, dass fast immer für 8.600 Zuschauer sorgt und somit ausverkauft ist.
Nur in den Anfangsjahren, mussten sich die Fußballfans des nördlichsten Bundeslandes noch an das Turnier „gewöhnen“. Doch nach vier, fünf Austragungen, wurde das SHFV-Lotto Hallenmasters zur Kultveranstaltung bei Fans und Vereinen. Offiziell ist es auch die Begegnung der Ligamannschaften der qualifizierten Vereine. Die Zweitvertretungen, die sich qualifizieren könnten, wie zum Beispiel bei Holstein Kiel, dem VfB Lübeck und SC Weiche Flensburg 08, die im Spitzenfeld der Flens-Oberliga zu Hause sind, haben keine Turnierberechtigung. So sind die sogenannten „kleinen“ Clubs oftmals qualifiziert und sorgen durch ihre große und stimmungsvolle Fanschaar für eine überragende Atmosphäre in Schleswig-Holsteins größter Eventhalle.

Foto: SPEEDPhotos.de

So ist die Hinrunde in Schleswig-Holsteins höchster Spielklasse von großer Motivation bei den Clubs geprägt. Denn die inzwischen vier Außenseiter, wollen den sogenannten „Großen“, die wie Holstein Kiel als Zweitbundesligist, sowie dem VfB Lübeck, SC Weiche Flensburg 08 und Heider SV als Regionalligisten und klassenhöchste Vereine automatisch qualifiziert sind, ein Schnippchen schlagen. So kommt in der Ostseehalle durch die einfallsreichen Fans der Außenseiter, auch das Einfallsreichtum ihrer kämpfenden Teams zur Geltung und es entwickelt sich ein Turnier auf DFB-Pokal Nievau. Denn die großen Favoriten tun sich stets schwer gegen die „Underdogs“, die die oftmals ins Halbfinale oder gar Finale einziehen. Bestes Beispiel ist der TuS Hartenholm. Inzwischen auf dem 13. Tabellenplatz der zweithöchsten Spielklasse Landesliga Holstein und dort in Abstiegsgefahr, qualifizierten sie sich durch eine Fabelhinrunde 2014 für das Hallenmasters. Im Januar 2015 sorgten sie dann für den großen Triumph und werden auf ewig in der Siegerliste stehen. Dies hätte im Januar 2018 auch dem TSB Flensburg gelingen können, doch sie mussten sich im Finale dem Stadtkonkurrenten SC Weiche Flensburg 08 mit 1:3 beugen.

Ein Flensburger Finale in Kiel, auch dies war eine besondere Geschichte. Nachdem nur Flensburg 08 im Jahr 2004 ein ähnlicher Sensationssieg wie dem TuS Hartenholm gelang, triumphierte der ETSV Weiche Flensburg bei seiner Premiere 2014. 2016 und 2017 gelangen unter demselben Vereinsnamen erneute Turniersiege. Ausrichter und Gastgeber KSV Holstein Kiel ist Rekordsieger und durfte den goldenen „Pott“ bereits fünfmal unter das Hallendach stemmen. Unter den verschiedenen Namen gewann Flensburg zwar auch fünfmal, aber als ETSV Weiche Flensburg und SC Weiche Flensburg 08 eben nur viermal. Den Ausgleich für die als Sport Club erfolgte und gültige Fusion, könnte das Team von Trainer Daniel Jurgeleit somit erzielen.

Zumindest der Flensburger Trainer dürfte Rekordsieger sein. Als Spieler und auch als Trainer fungierte er bereits bei Holstein Kiel und dem VfB Lübeck. Die Hansestädter gehören mit drei Turniersiegen beim Hallenmasters zum Inventar, wie auch Daniel Jurgeleit. Und vielleicht ist auch wieder ein Flensburger Finale in Kiel möglich. Denn der TSB Flensburg ist als Tabellenvierter der Flens-Oberliga ebenfalls erneut qualifiziert. Und die Mannschaft von Jan Hellström macht am 11. Januar, um 18.19 Uhr den Turnierauftakt. Und dies gegen kein geringeres Team als Gastgeber und Rekordchampion Holstein Kiel. Um 19.01 Uhr, bestreitet der SC Weiche Flensburg 08 seine Auftaktbegegnung gegen den SV Todesfelde. Mit dem Oberligatabellenführer hat der Regionalligist noch eine Rechnung offen. Denn beim Team aus der Region Bad Segeberg, verpasste Weiche 08 mit einem 0:1 am 31. Oktober 2019, das Finale des SHFV-Lotto Landespokals, dass den Traum von einer DFB-Pokal Teilnahme in diesem Jahr jäh beendete. (jös)

Foto: SPEEDPhotos.de


Dieser Artikel erschien in unserer Ausgabe Januar/Februar 2020




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