5 Fragen an

Maja Betz: Muss mich weiter professionalisieren

veröffentlicht am

Aus unserer Rubrik: 5 Fragen an…

Maja Betz, Triathletin

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Wie bist du zum Triathlon gekommen und wann hast du für dich entschieden, professionelle Athletin zu werden?

Bereits seit meinem fünften Lebensjahr bin ich sportlich aktiv. Bevor ich in meiner Kindheit in vielen verschiedenen Sportarten aktiv gewesen bin, fokussierte ich mich später auf den Laufsport.

Nach meinem Abitur im Jahr 2016 und Rückkehr aus dem Ausland 2017 bekam ich ein Rennrad von meinen Eltern geschenkt. Ich probierte mich im Triathlon und Duathlon. Zudem begann ich ein Sportwissenschaftsstudium in Jena. Darüber lernte ich 2019 meinen aktuellen Trainer Dr. Konrad Smolinski, Inhaber KS-Sportsworld kennen. Ich startete nach einem individuellen und strukturierten Trainingsplan spezialisiert auf den Triathlonsport zu trainieren. Recht früh erkannte Konrad, dass ich (scheinbar) Potential in diesem Sport, insbesondere über längere Distanzen zu haben, schien. Zudem entwickelte sich eine große Leidenschaft meinerseits für diesen Sport. Auf seinen Vorschlag hin löste ich erstmals im Jahr 2021 eine Elitelizenz und gab mein Langdistanz-Debüt bei dem Challenge Roth. Überraschender- und erfreulicherweise gelang es mir dort eine Top10 Platzierung zu erzielen. Dies war ein richtungsweisendes Ereignis und ich hielt daran fest mich im Triathlonsport nach und nach weiter zu professionalisieren und mich weiter zu entwickeln.

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Was muss man mitbringen, um erfolgreich im Triathlon-Sport zu werden? Was sind die größten Herausforderungen? Was rätst du Einsteigern?

Als Grundvoraussetzung für den Langdistanztriathlonsport mit Ziel zur Erbringung von Höchstleitungen stehen in meinen Augen Durchhaltevermögen, Willensstärke, körperliche sowie mentale Belastbarkeit, aber auch Opferbereitschaft und Verzicht. Ohne das notwendige Maß an Leidenschaft für das tägliche Tun jedoch, ist in meinen Augen kein langfristiger Erfolg möglich. Zudem sollte man ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass im (Leistungs-)sport, ebenso wie im Alltag, neben erfolgreiche Zeiten auch Rückschläge und Misserfolge Teil sind. „Je höher die Berge, desto tiefer die Täler (Dr. Konrad Smolinski)“. Sehr herausfordernd ist es mit Rückschlägen und Niederlagen und nicht geplanten, nicht erwünschten Situationen bestmöglich umzugehen. Sie zu akzeptieren und nicht an ihnen zu zerbrechen, sondern festzuhalten und weiterzumachen.

Einsteiger des Langdistanztriathlons sollten meiner Meinung nach für sich persönlich vorab feststellen, welche realistischen(!) Ziele sie haben. In Anlehnung daran durchdenken, was es benötigt, um diese zu erreichen. Sich gleichzeitig bewusst machen, welche Veränderungen des aktuellen Alltags damit in Verbindung stehen und ob sie diese in Kauf nehmen können bzw. wollen. Alltag, Familie, Beruf neben einer so zeitintensiven Sportart zu bewältigen, kann eine große Mehrfachbelastung darstellen. Meiner Ansicht nach, ist es der gesundheitlichen Verfassung wegen wichtig aktiv zu sein. Gleichzeitig jedoch bin ich nicht der Auffassung, dass jeder Mensch sportlich sein muss/sollte. Alle Menschen sind unterschiedlich, so haben verschiedene Menschen auch andere Interessen, wie z.B. Musik oder Kunst. Wären wir alle identisch, wäre es sehr einseitig. In meinen Augen ist es essentiell, dass man ganzheitlich mit dem was man tut, in den meisten Momenten des Lebens zufrieden, erfüllt und glücklich ist, denn das Leben kann jederzeit, schlagartig zu Ende sein. Sich dessen bewusst zu sein und das Leben täglich zu schätzen und dankbar für das, was man hat zu sein, ist für mich wichtig.

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Du hast in diesem Jahr deinen Titel als Deutsche Meisterin auf der Langdistanz beim OstseeMan in Glücksburg verteidigt. Was zeichnet deiner Meinung nach den OstseeMan aus und welcher Sieg war schöner?

Dem Veranstalter des OstseeMans gelingt es, meiner Erfahrung nach gemeinsam mit den viele freiwilligen Helferinnen und Helfern einen rundum sehr gut organisierten Wettkampf mit familiärer Atmosphäre und ein insgesamt gelungenges Triathlonwochenende zu orgnisieren.

Deutsche Meisterin in 2022 zu werden war großartig. Den Titel verteidigen zu können jedoch ist schwieriger als ihn einmalig zu erringen, daher hat es mich umso mehr gefreut, dass mir dies in 2023 nach einem spannenden Rennen erneut gelungen ist.

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Beim Powerman Germany wurdest du im April auch schon Deutsche Duathlon Meisterin. Wird der Duathlon zurecht als „kleiner Bruder des Triathlons“ bezeichnet oder ist am Ende der zusätzliche Lauf noch härter als das Schwimmen?

Diese Bezeichnung ist mir tatsächlich nicht geläufig. „Duathlon als kleiner Bruder des Triathlons.“ – Würde ich so nicht bestätigen. In meinen Augen sind es einfach zwei unterschiedliche Sportarten mit unterschiedlichen Anforderungen mit eben einmal zwei bzw. drei verschiedenen Disziplinen.

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Welche Schlagzeile würdest du gerne über dich lesen? Welches ist dein größtest sportliches Ziel, welches du dir gesteckt hast?

Mein Vorhaben ist es Stück für Stück den Leistungen der Weltelite im Langdistanztriathlon näher zu kommen. Dafür muss ich mich im Sport weiter professionalisieren. Es müsste mir gelingen ausreichend Unterstützer und Sponsoren zu gewinnen, um mit dem Sport meinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Langfristig wäre ich gerne erfolgreich in dem was ich tue. Mit der notwendigen Arbeit und gleichzeitig Gelassenheit hochgesteckte Ziele zu erreichen. Allen voran wünsche ich mir aber Gesundheit und Zufriedenheit für alle diejenigen Menschen, die mir nahe stehen und bedeutsam sind und insgesamt friedlichere Welt.


Dieser Artikel erschien zuerst in der FLENSBURG SPORT Nr. 33 | Oktober 2023
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