All-Star-Game am 6. Juni in Satrup

TNS Sports Allstars: Vom spontanen Jubiläumsspiel zum Charity-Großevent

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Wie aus den TNS Sports Allstars innerhalb weniger Jahre eine feste Charity-Veranstaltung wurde.

Flensburg – Mit zwei gehaltenen Elfmetern sicherte Phil Cayden Buck den TNS Sports Allstars im dritten Anlauf erstmals den Sieg beim eigenen Charity-Spiel – ein emotionaler Moment für die Mannschaft und ihr Umfeld. Damit fand eine außergewöhnliche Geschichte ihren bisherigen Höhepunkt, begonnen hatte alles Jahre zuvor noch eher unscheinbar.

Doch hinter diesem Erfolg steckt eine Geschichte, die lange vor dem ersten All-Star-Game begann.

Die Anfänge bei Flensburg 08

Die Verbindung von TNS Sports zum Fußball in Flensburg reicht bis in die Saison 2012/2013 zurück. Damals engagierte sich das Unternehmen – zu dieser Zeit noch unter dem Namen TNSmedia – zunächst als Trikotsponsor der damaligen C-Jugend von Flensburg 08, trainiert von Lars Meyer und Uwe Bracht. Über die Jahre entstanden zahlreiche Kontakte innerhalb der regionalen Fußballszene, während die Marke TNS zunehmend bekannter wurde.

2017 erfolgte schließlich die Umwandlung zu einem Sportmagazin. Seitdem ist Gründer Michael Schulze nahezu jedes Wochenende auf den Sportplätzen der Region unterwegs. „Im Laufe der Jahre durfte ich viele Spieler kennenlernen und knüpfte gute Kontakte zu den Vereinen“, erinnert sich Schulze. Die Idee einer eigenen Auswahlmannschaft entstand zwar früh, verschwand zunächst aber wieder in der Schublade.

Die Idee der Allstars wird konkret 

Erst Ende 2022 nahm der Gedanke konkrete Formen an. Anlass war das bevorstehende 75-jährige Vereinsjubiläum von IF Stjernen Flensborg. Am 12. Dezember 2022 kontaktierte Schulze mit Yago Heider den ersten Spieler, um die Resonanz auf seine Idee zu testen. Auch alle folgenden Rückmeldungen waren durchweg positiv. Kein angefragter Spieler sagte ab. „Das hat mich natürlich sehr gefreut, da ich eine genaue Vorstellung davon hatte, welche Spieler ich gerne in diesem Team sehen würde.“ 

Bereits Anfang Januar standen die ersten organisatorischen Eckpunkte fest. Ronald Weigelt, damals Vorsitzender von IF Stjernen, sagte Unterstützung bei der Anschaffung eigener Trikots zu. Kurz darauf begann die Bewerbung in den sozialen Medien. Allein das Video zur Trikotpräsentation erreichte auf Instagram rund 13.500 Aufrufe.

Mit Carsten Steiner und Ulf Graef wurde das erste Trainerteam zusammengestellt. Heiko Schepler übernahm erneut Aufgaben als Betreuer und unterstützte die Organisation. „Eigentlich ist Heiko der wichtigste Mann. Er ist immer mit ganz viel Herzblut dabei und packt mit an.“ Ebenso hebt Schulze den Austausch mit Anja Winkler hervor, die vereinsunabhängig auch im Hintergrund viel für das Gelingen der Veranstaltung beiträgt. 
Gleichzeitig begegnete nicht jeder dem Projekt sofort mit Begeisterung. „Soll er mal machen“, lautete die skeptische Haltung mancher Beobachter im Verein.

Da viele der Spieler einst in der Jugend von Flensburg 08 unter Uwe Bracht zusammen trainiert worden waren, sollte das erste Spiel zugleich eine Erinnerung an dessen Wirken im regionalen Fußball werden. Gemeinsam mit seiner Familie wurde deshalb der Uwe-Bracht-Ehrenteller ins Leben gerufen, der in den ersten beiden Jahren von Sohn Luca an die Siegermannschaft übergeben wurde.

Die Allstars der ersten Stunde. Foto: Katja Bobzin

Die Premiere 2023

Am 10. Juni 2023 folgte schließlich die Premiere – mit Nick Falke als Kapitän der Mannschaft. Bei Sonnenschein verfolgten rund 250 Zuschauer das erste All-Star-Game gegen die aktuelle Ligamannschaft von IF Stjernen Flensborg, die zum damaligen Zeitpunkt von Lars Meyer und Marco Jannsen trainiert wurde. 944,06 Euro Spendeneinnahmen gingen an den Mukoviszidose e.V.
Yago Heider erzielte in der 76. Minute das erste Tor in der Geschichte der TNS Sports Allstars überhaupt. 

Trotz der 1:2-Niederlage war direkt nach dem Spiel klar, dass dieses Projekt keine einmalige Veranstaltung bleiben sollte. „Wir hatten sofort das Gefühl, dass hier kein Team zusammenkam, das einfach zusammengewürfelt wurde und sich teilweise erst kurz vor dem Anpfiff kennengelernt hat“, erinnert sich Schulze. „Auch die Resonanz war so stark, dass uns noch in der Kabine klar war, dass wir im nächsten Jahr wieder ein Spiel machen werden.“ 

Besonders bemerkenswert: Das All-Star-Game bescherte IF Stjernen Flensborg sogar mehr Zuschauer als das zweite Jubiläumswochenende. „Schön fand ich auch, dass es im Anschluss selbst von kritischen Stimmen Anerkennung für das Event gab, weil viele mit einem solchen Erfolg nicht gerechnet hatten“, sagt Schulze, der sich wünscht, dass es dieses Projekt auch in vielen Jahren noch geben wird. „Ich würde mir wünschen, wenn man sich eines Tages erzählt: Weißt du eigentlich, dass Yago Heider das erste Tor der Allstars geschossen hat? Oder: Nick Falke, er war der erste Kapitän der Mannschaft.“

Neue Gegner und ein erstes Turnier

Der Gegner für die zweite Auflage stand schnell fest: die Sydslesvig Landshold, die Auswahlmannschaft der dänischen Minderheit. Für das Team von Trainer Tore Wächter diente die Partie zugleich als Vorbereitung auf die Heim-Europeada 2024 – eine Minderheiten-Europameisterschaft. Damit erhielt das Spiel auch sportlich einen höheren Stellenwert.

Noch vor dem Sommer waren die Allstars außerdem beim Hauke-Jess-Cup der SG Eckernförde/Fleckeby im Einsatz. Drei Siege in fünf Vorrundenspielen reichten zwar nicht für die Hauptrunde, dennoch blieb das Turnier in positiver Erinnerung und konnte die Bekanntheit der Allstars steigern. Schulze lobt insbesondere die Organisation des Wettbewerbs, der 2024 letztmals ausgetragen wurde.

„Allstars for Charity“ wächst weiter

Mit Thomas Knuth als Trainerersatz für Ulf Graef ging es anschließend in das zweite große Benefizevent, das erstmals unter dem Motto „Allstars for Charity“ stand. Neuer Charitypartner wurde der sonderpädagogische Hort der Lebenshilfe Flensburg für Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf. 

Um zusätzliche Spenden zu generieren, entstand außerdem die Idee eines Vorprogramms. Schulze erinnert sich dabei besonders an die gemeinsame Zeit mit Olaf Reischke bei Flensburg 08 zurück: „Olaf war einer der ersten Personen, die ich im Flensburger Fußball kennenlernen durfte.“ Durch die gemeinsame Arbeit am Volkswagen Cup von Flensburg 08 wusste Schulze, wie sehr Reischke der Jugendfußball am Herzen lag. Aus diesem Austausch entstand schließlich die Idee eines Kita-Cups.

Das Wetter machte den Organisatoren im Juni 2024 jedoch einen Strich durch die Rechnung. Zwar blieb es während des Kita-Cups zunächst trocken, doch pünktlich zum Aufwärmen der Mannschaften setzte starker Regen ein. Bei lediglich 13 Grad fühlte sich der Tag deutlich kälter an. Trotzdem fanden rund 150 Zuschauer den Weg ins Engelsby-Centret. Am Ende kamen 1.187,30 Euro für die Lebenshilfe Flensburg zusammen.

Spendenrekord und erster Sieg

Die bislang größte Resonanz erlebte das Projekt schließlich 2025 bei der dritten Auflage gegen den TuS Rotenhof – zugleich der Heimatverein vom gebürtigen Rendsburger Michael Schulze. Bei bestem Sommerwetter wurde die Marke von 4.000 Euro an Spendeneinnahmen geknackt. Dazu trugen auch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit dem zweiten Kita-Cup sowie Turnieren der F-Jugend und der B-Mädchen bei.

Beim Mädchenturnier stand besonders die Teilnahme von Team Sylt im Fokus. Dort spielte auch Carlotta, die sich nach einem schweren Schicksalsschlag 2023 zurück ins Leben kämpft. Die Hälfte der gesammelten Spenden ging deshalb nach Sylt, die andere Hälfte erneut an die Lebenshilfe Flensburg.

Die Matchwinner 2025: Renz Rapräeger und Yago Heider zusammen mit Anas Ali Khan (Mitte). Foto: TNS Sports

Sportlicher Höhepunkt des Tages war schließlich das All-Star-Game selbst. Yago Heider und Renz Rapräeger harmonierten wie zu gemeinsamen Frisia-Zeiten hervorragend und erzielten gemeinsam drei Treffer. Nachdem der TuS Rotenhof per Foulelfmeter ausgleichen konnte, musste erstmals ein Elfmeterschießen entscheiden. Dort rückte der junge Torhüter Phil Cayden Buck in den Mittelpunkt und sicherte den Allstars mit zwei gehaltenen Strafstößen den ersten Sieg der Benefizauswahl.

„Es war für uns schon wichtig, dass wir im dritten Anlauf auch gewonnen haben, um attraktiv zu bleiben“, sagt Trainer Carsten Steiner, der wie Heiko Schepler von Anfang an im Allstars-Team dabei ist. Noch wichtiger sei für Michael Schulze aber etwas anderes: „Es macht mich sehr stolz, wenn diese tollen Spieler unser Trikot tragen und für den guten Zweck zusammenfinden. Teilweise reisen sie dafür extra aus Kiel, Hamburg oder sogar Potsdam an. Für mich persönlich ist das All-Star-Game daher immer mein Highlight des Jahres.“

Frischer Wind in Satrup

2026 schlägt das Projekt nun ein neues Kapitel auf. Erstmals findet das All-Star-Game nicht in Flensburg statt, sondern beim TSV Nordmark Satrup in Mittelangeln. Austragungsort ist am 6. Juni das Knud-Redlefsen-Stadion. Dass zeitgleich auch der Kindertag der Gemeinde Mittelangeln geplant war, erwies sich dabei als glücklicher Zufall. Schnell entstand die Idee, beide Veranstaltungen zu einem gemeinsamen Familien- und Charity-Event zusammenzuführen. Auch die Einnahmen des Kindertages sollen vollständig an die Lebenshilfe Flensburg gehen. 

Mit dem Umzug nach Satrup und dem erweiterten Rahmenprogramm steht nun die bislang größte Ausgabe von „Allstars for Charity“ bevor. Über den gesamten Tag verteilt werden mehr als 1.000 Besucher im Stadion erwartet. Unter dem Motto „Spielen. Spenden. Helfen.“ soll sich das Knud-Redlefsen-Stadion bereits ab dem Vormittag in ein großes Familienareal verwandeln. Neben Hüpfburgen, Fußballdart und weiteren Mitmachaktionen wird erneut ein umfangreiches sportliches Vorprogramm geboten. Durch die Kombination mit dem Kindertag der Gemeinde Mittelangeln erhält das Projekt in diesem Jahr eine besonders große Dimension.

Auch sportlich wartet die vierte Auflage mit Neuerungen auf. Erstmals wird es beim All-Star-Game eine eigene Halbzeitshow geben. Für die Unterhaltung sorgen die „Nordqueens“ vom TSV Nord Harrislee, die als deutscher Vizemeister zusätzlich für besonderen Showcharakter sorgen sollen.

Spendenübergabe an die Lebenshilfe 2025. Foto: Heider

Mehr als nur ein Fußballspiel

Die Bedeutung des Projekts ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Aus einer ursprünglich spontanen Idee für ein Jubiläumsspiel entwickelte sich eine feste Benefizveranstaltung, die inzwischen weit mehr ist als nur ein Fußballspiel. Bereits über 6.000 Euro konnten seit 2023 für soziale Zwecke gesammelt werden.

„Es ist ein schönes Gefühl, dass wir mit unserem Spiel so viel Gutes bewirken können“, sagt Michael Schulze. Besonders die regelmäßigen Besuche im Hort der Lebenshilfe würden zeigen, wie wichtig die Unterstützung sei und dass die Spenden dort wirklich gebraucht werden. „Das Event und das Ergebnis entschädigen letztlich für die ganze Vorbereitung, die nicht immer einfach ist“, so Schulze.

Was bleibt, ist ein Projekt, das längst über den Fußball hinausgewachsen ist – getragen von vielen Menschen, die jedes Jahr aufs Neue zeigen, was möglich ist, wenn aus einer Idee ein gemeinsames Anliegen wird.

Weitere Informationen auf www.allstarsforcharity.de

Die Allstars angeführt von Kapitän Nick Falke. Foto: TNS Sports

Programm 2026

10:00 Uhr Start: Kinderfest
11:00 Uhr F-Jugend Fußballturnier
16:00 Uhr Freibadparty
16:30 Uhr All-Star-Game 2026
ca. 17:20 Uhr Halftime-Show mit den Nordqueens
ca. 18:25 Uhr Scheckübergabe und Ziehung der Hauptpreis-Gewinner

TNS SPORTS bereits ab 3 Euro/Monat

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