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Auch bei Saisonabbruch

Floorballer vom PSV Flensburg wollen mit aller Macht in die Regionalliga

Wir schreiben den 3. Oktober. Der PSV Flensburg trifft auf die offensivstarken Floorballer des SVE Hamburg. Obwohl Topspieler wie Paul Schleschka und Magnus Hartstock ausfielen, kann das Spiel souverän mit 9:4 gewonnen werden. Großer Jubel nach Abpfiff, vermeintlich ein weiterer großer Schritt in Richtung Regionalliga. Vermeintlich, denn es sollte das bis dato letzte Saisonspiel der Floorballer sein – nun wird die Saison wegen des langen Lockdowns wahrscheinlich schon wieder annulliert. Schon wieder, weil auch im letzten Jahr kein Meister ausgespielt werden konnte. Werden die Aufstiegsträume der Flensburger damit zum Alptraum?

Im Vorjahr durfte der Erste aufsteigen

In der Saison 19/20 durften die zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs erstplatzierten Sportlerinnen und Sportler des SC Itzehoe zwar aufsteigen, ein verbindliches Regelwerk, das über Auf- und Abstieg entscheidet, gab und gibt es aber nicht. Das sportliche Schicksal liegt in den Händen des Verbandes, der nach Eingang von Auf- oder Abstiegsbekundungen der Vereine eigenmächtig über die Zusammenstellung der schleswig-holsteinischen Ligen entscheidet.

Für PSV-Spielertrainer Per-Niklas Heintze sei dieser Vorgang „willkürlich“. Zwar könne keiner etwas für die derzeitige Situation, trotzdem müsse aufstiegswilligen Vereinen eine Möglichkeit gegeben werden, sportliche Ziele zu erreichen. Vom Verband hört man indes wenig, worüber sich auch Abteilungsleiter und Kapitän Michael Düsing enttäuscht zeigt: „Ich hoffe sehr, dass die spielfreie Zeit genutzt wird, um konkrete Szenarien auszuarbeiten. Trotz aller Ungewissheit ist es notwendig, sich vorzubereiten und nicht ausschließlich reaktiv zu agieren.“

Pole-Position in der Aufstiegsdebatte

Die Ausgangslage vor möglichen „Aufstiegsverhandlungen“ ist für die Flensburger hingegen durchaus passabel. Der PSV grüßt mit neun Punkten und einem Torverhältnis von 32:6 von der Tabellenspitze und hat dazu unter anderem im spannenden Pokalspiel gegen die höherklassigen Piranhhas aus Hamburg unter Beweis gestellt, dass die Regionalliga kein utopisches Ziel ist.

Und dennoch: Die Saison kam gerade erst ins Rollen und vor allem in der SG Tetenbüll/Hemmingstedt gibt es namenhafte Aufstiegskonkurrenz. Ob ein Team überhaupt freiwillig aus der Regionalliga absteigen möchte, bleibt aber zu bezweifeln.

Werden die Ligen fusioniert?

Wie also wird der Verband mit der Problematik umgehen? Denkbar ist für Heintze, dass Verbands- und Regionalliga vereint werden. „Das wäre aufgrund großer Leistungsunterschiede zwar nicht die optimale, aber sicherlich die fairste Lösung.“

Zunächst bleibt es sowieso abzuwarten, ob in der kommenden Spielzeit überhaupt alle Teams erneut ihre Teilnahme am Spielbetrieb melden würden: „Mit dem TSC Wellingsbüttel II und den Ski- und Sportfreunden Flensburg haben zwei Teams bereits vor Corona erhebliche Personalsorgen gehabt. Die Lage wird sich in der aktuellen Zeit sicher nicht gebessert haben.“

Bleiben die Topspieler auch im Falle eines Nicht-Aufstieges?

Unabhängig von der Entscheidung des Verbandes hatten sich alle die Saison anders vorgestellt. Beim PSV Flensburg ging mit den sportlichen Ambitionen auch ein finanzieller und organisatorischer Aufwand einher. „Wir haben neue Trikots angeschafft, im Sommer die Halle auf dem Scheersberg zur Saisonvorbereitung gemietet, einen Imagefilm gedreht und sogar ein Floorball-Magazin drucken lassen – es ist grausam, dass uns Corona auch in dieser Form einen Strich durch die Rechnung macht.“, sagt Michael Düsing.

Ob zweitligaerfahrene Spieler wie Paul Schleschka oder Johann Grabowski auch für eine weitere Saison in der vierthöchsten Spielklasse aus Kiel zum Training pendeln würden, steht unterdessen noch nicht fest. Erste Gespräche für die kommende Spielzeit wurden aber bereits geführt. Die Zukunft hält noch viele Fragezeichen bereit… (pnh)





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