Sa, 28. Mai, 2022

Paukenschlag in Lübeck

14 Medaillen: Flensburger Mehrkämpfer nicht zu stoppen

Die Mehrkämpfer der LG Flensburg waren bei den Meisterschaften in Lübeck nicht zu stoppen Insgesamt 14 Medaillen holten die Leichtathleten an den beiden Tagen und sorgten damit für einen richtigen Paukenschlag. 

Lübeck – Mit Abstand als erfolgreichster Verein kehrt die LG Flensburg von den zweitägigen Mehrkampfmeisterschaften aus Lübeck zurück. So holte das von Jan Dreier betreute Team gleich neun Goldmedaillen, zwei Silbermedaillen und drei Bronzemedaillen. Gleichzeitig erreichten drei Athleten die Einzel-DM-Norm.

Bei dem Wettkampf zeigte die LG Flensburg ihren Charakter: Einerseits konnten die Spitzenmehrkämpfer ihre Leistungen abrufen, auf der anderen Seite stand der Teamgedanke im Mittelpunkt, so dass gleich drei Mannschaften glänzten.

Loke Sommer und Ben Heyer werden vierfache Landesmeister

Die beiden Zehnkampf-Spezialisten Loke Sommer (U18) und Ben Heyer (U20) zeigten sich in guter Verfassung und konnten sich durch die Teamwertungen im Fünf- und Zehnkampf gleich vierfache Landesmeister nennen. Beide zeigten durchweg solide Leistungen. Loke Sommer gewann mit neuer persönlicher Bestleistung von 6502 Punkten. Hierbei siegte er im Weitsprung mit 6,40m, Speerwurf mit 50,06m und einer neuen pB im 1500m-Lauf mit 4:33,72min. Mi diesem Resultat liegt Loke nun auf Rang 5 der deutschen U18-Bestenliste.

Ebenfalls auf Rang eins der Deutschen Bestenliste der U20 liegt Ben Heyer, der ebenfalls mit neuer pB von 6268 und fünf Einzelsiegen (100m, Weitsprung, 400m, 110m-Hürden, Stabhochsprung) seine Klasse zeigte. Auch er wurde somit vierfacher Landesmeister. Die beste Leistung war der Hürdenlauf (15,30sec), der gleichzeitig auch noch einmal die DM-Norm für die Einzelmeisterschaft in dieser Disziplin bestätigte.

Tom Detzkeit erfüllt sich mit Bronze den Traum von der Deutschen Meisterschaft

Die dritte DM-Norm holte sich Tom Detzkeit (M15). Hier fieberten alle Athleten, Trainer und Zuschauer bis zum letzten Schritt mit, da das Erreichen der DM-Norm, die bei 4900 Punkten liegt, ganz eng wurde. Der erste Tag lief im Hochsprung mit 1,56m und Kugelstoßen (10,77m) wackelig. Am zweiten Tag konnte er mit Bestleistungen im Stabhochsprung und einem starken Hürdensprint wieder aufholen. Doch bis zum 1000m-Lauf war alles offen. Mit einer Steigerung um über 3 Sekunden musste er hier nach zwei heißen und kräftezehrenden Wettkampftagen noch einmal über sich hinauswachsen. Mit Erfolg! Er lief in 3:01,12min über mit pB die Ziellinie und erfüllte sich mit 4915 Punkten neben der Bronzemedaille vor allem seinen Traum von der Deutschen Meisterschaft.

Ein weiterer großer Erfolg war das Erreichen der Team-DM-Norm durch Ben Heyer, Morten Zern und Nick Reimers. Mit 16263 Punkten zeigten alle durch die Wertung zusätzliche Motivation. Der eigentliche Wurfspezialist Morten gewann zudem mit 5057 Bronze im Zehnkampf. Über die verhasste 1500m-Strecke kämpfte er sich mit 5:45min über die Linie. Wie unterschiedlich Mehrkämpfer sein können, zeigte sein Teamkollege Nick Reimers, der mit 4:30,09min das stärkste Rennen lief und Loke Sommer und Ben Heyer mitzog. Trauriger Beigeschmack: Die DM-Norm für Teams, die es vor Corona gab, wurde nicht mehr vom Deutschen Leichtathletik Verband ausgeschrieben, also Ziel erreicht, aber keine DM als Team.

LG-Teams sichern sich weitere Goldmedaillen

Ihre ersten Neunkampf durchlebten Tjark Schult (M14) und Jorge Reitz (13, hochgestartet in der M14). Tjark zeigte seine Vielseitigkeit und erkämpfte sich im Vierkampf und Neunkampf Silber, Jorge überraschte sich im Stabhochsprung selbst mit überquerten 2,20m, musste aber in der drittletzten Disziplin mit Fußproblemen abbrechen. Mit ihrem Teamkollegen Tom holten sie am ersten Tag die Goldmedaille.

Im MU18-Team konnte Sprinter Kasimir Kehrer über die 400m in 53,61sec die beste Zeit sprinten. Insgesamt wurde er Vierter. Elijah Rossow konnte mit 1,76m den besten Hochsprung zeigen und sammelte mit diversen Bestleistungen 4236 Punkte. Zusammen gab es ebenfalls im Fünf- und Zehnkampf die Goldmedaille.

Schwerstarbeit für Anton Temme

Den vermutlichen schwersten Mehrkampf durchlebte Routinier Anton Temme. In der Männerklasse wurde er Sechster. Hierbei passte die Beschreibung eines „wellenförmigen Zehnkampfes“ absolut, da unerwartet einige zuvor gut funktionierenden Disziplinen gar nicht gut liefen. Doch gerade als es am zweiten Tag nach einem enttäuschenden Hürdenlauf und Diskuswurf richtig mies lief, sprang er mit 3,70m im Stabhochsprung Bestleistung und warf den Speer über die 50m Marke. Mental vollkommen erschöpfet zog er auch den 1500m-Lauf noch durch und beendete den Mehrkampf mit 5315 Punkten. Aus Sicht seines Trainers die stärkste Leistung aller Mehrkämpfer, auch wenn es nicht aus den Zahlen zu erkennen ist.

Bronze für Friderike Limberg 

Friderike Limberg (U20, LG Flensburg/ SV Adelby) holte sich im Vierkampf zudem die Bronzemedaille und zeigte in allen Disziplinen Kampfgeist und auch starke Techniken. Sprinterin Annike Rohlff (F) ging ebenfalls an den Start und zeigte in allen Disziplinen eine starke Perfomance. Am zweiten Tag musste sie nach einer Stauchung des Fußes beim Weitsprung den Wettkampf abbrechen.

Einfach stolz war Trainer Jan Dreier, der ein durchweg positives Fazit zog: “Die Flensburger haben sich als Team präsentiert und gleichzeitig eine große Performance gezeigt. Jeder konnte vom anderen profitieren. Dieses ist trotz der großartigen Ergebnisse gar nicht darzustellen.” (jdr)





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