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Handball

Herzschmerz-Rücktritte: Gehen bei den Nordfrauen die Lichter aus?

Wenn am 16. Mai für Shorty Linde der letzte Vorhang als Chef-Trainer der TSV Nord Harrislee “Nordfrauen” fällt, dann könnte in der Holmberghalle das Licht ganz ausgehen, denn jetzt steht fest: Nach Shorty Linde wird auch der Rest des Kompetenzteam zurücktreten. 

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Peer Linde, Rainer Feddersen, Shorty Linde, Stephan Lache und Eckhard Franzke hören zum Saisonende auf. Fotos: SPEEDPhotos.de / TSV Nord Harrislee

Sie sind das Aushängeschild des Vereins und der gesamten Region: Die Nordfrauen vom TSV Nord Harrislee. Ihre Zukunft ist jetzt allerdings völlig offen, denn bei den sportlichen Erfolgen der Mannschaft kam der Verein mit den passenden Strukturen nicht hinterher, so dass die Nordfrauen quasi auf sich allein gestellt waren.

Nachdem Shorty Linde seinen Rücktritt zum Saisonende offiziell gemacht hatte, galt sein Sohn Peer als großer Hoffnungsträger beim TSV Nord Harrislee als Trainer-Nachfolger der Nordfrauen. Jetzt steht fest, Peer Linde wird die Nachfolge seines Vaters nicht antreten und mit ihm werden auch Ligamanager und Torwarttrainer Rainer Feddersen und die beiden Betreuer Stephan Lache und Eckhard Franzke zum Ende der Saison aufhören.

Ein Abschied mit Herzschmerz: “Es fehlen Helfer an allen Ecken”

Seit September befand sich Peer Linde in Gesprächen mit der Vereinsführung und hatte sich seine Entscheidung alles andere als leicht gemacht. Für ihn war es eine große Chance, als junger Trainer eine Zweitliga-Mannschaft zu übernehmen. “Es war keine leichte Entscheidung”, sagte er auf der Pressekonferenz in den Räumlichkeiten der Holmberghalle nach dem Ligaspiel gegen die Füchse Berlin. Vor vier Jahren ist er zum Team dazu gestoßen und hat einen großen Anteil am Erfolg der Mannschaft, die mit kleinen Mitteln großes schaffte. “Jeder Trainer müsste sich die Finger lecken, eine solche Mannschaft trainieren zu dürfen.” Und trotzdem hat er sich gegen ein Engagement entschieden, eine Entscheidung, die mit sehr viel Herzschmerz verbunden war.  “Es gibt keine zweite Frauenmannschaft, es gibt keine A-Jugend, es wird nicht mit anderen Vereinen zusammengearbeitet. Es fehlen Helfer an allen Ecken. Ich sah keinen Lösungsansatz. Ich habe mit 40 Leuten gesprochen, aber keiner hatte die nötige Zeit oder war gewillt mehr zu machen. Alleine bekomme ich das nicht gestemmt.” Linde betont, dass es keine Entscheidung gegen die Mannschaft war. Diese hatte vor dem Spiel gegen Werder Bremen von der Entscheidung erfahren und mit reichlich Tränen und Entsetzen reagiert. “Für sie ist das Kartenhaus zusammengebrochen. Es herrscht jetzt eine große Verunsicherung”, denn nicht nur Peer und Shorty Linde werden nach der Saison nicht mehr dabei sein, sondern auch ihr Kompetenzteam wird sich zurückziehen.

“Irgendwann ist mal Schluss”

Rainer Feddersen kam vor acht Jahren durch seine Tochter in den Verein und begann eigentlich als Torwarttrainer. “Es kamen immer mehr Aufgaben hinzu.” Am Ende war er zusätzlich der Teammanager, der Aufgaben weit über sein Tätigkeitsfeld hinaus übernahm, wie auch alle anderen Mitglieder des Funktionsteams. “Die Helfer fehlen, es gibt eine totale Überlastung”, sagt Feddersen, der eigentlich nur Torwarttrainer sein wollte. “Wir sind am absoluten Limit. Irgendwann ist mal Schluss.”

Trotz der jahrelangen Hilferufe von Shorty Linde und Team in Richtung Verein, rechnete man hier offenbar nicht mit den Rücktritten, denn erhört wurden die Hilferufe nicht wirklich. Außer der finanziellen Unterstützung kam von Vereinsseite wenig. Wulf Müller-Hüllsenitz, 2. Vorsitzender des TSV Nord, erklärte, dass es sich beim TSV Nord Harrislee um einen Breitensportverein handle und alle Sparten gerecht behandelt werden müssten. Handball-Obmann Andreas Lemke bedauert die Entscheidung des Teams. “Peer war der Wunschkandidat des Vereins.”

Die 2. Liga ist in Harrislee gewollt

Dank der sportlichen Erfolge gelang es den Nordfrauen auch viele Sponsoren an Land zu ziehen und zu begeistern. “Finanziell sind wir überraschend gut aufgestellt für die nächste Saison”, sagt Feddersen, gab aber auch zu bedenken, dass durchaus Sponsoren wegfallen könnten, die auf Grund persönlicher Beziehungen zum Kompetenzteam die Mannschaft unterstützen. Müller-Hüllsenitz versicherte zudem, dass die 2. Liga in Harrislee gewollt ist. Und beim TSV Nord Harrislee wird weiter positiv gedacht. “Wir sind schon mit einigen Trainern in Gesprächen. Wenn wir nicht optimistisch wären, bräuchten wir ja gar nicht anfangen.” Der Optimismus geht sogar soweit, dass wenn erst mal ein passender Trainer gefunden wurde, sich das „drumherum“ mit Glück von alleine ergibt…





 

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Handball

Handball-Pause für Franziska Peters

Eigentlich wollte Franziska Peters schon im letzten Jahr eine Pause einlegen, konnte dann aber noch vom Trainerteam überzeugt werden, für eine weitere Saison bei den “Nordfrauen” vom TSV Nord zu bleiben. Doch nach der laufenden Saison ist jetzt definitiv Schluss und Peters wird auf unbestimmte Zeit eine Handball-Pause einlegen.

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Franziska Peters
Am 11. Mai 2019 wurde Franziska Peters bereits verabschiedet, machte dann aber doch noch für eine Saison weiter. Foto: SPEEDPhotos.de

Nach dem gestern bekannt wurde, dass der  TSV Nord Harrislee in der kommenden Saison auf ihre Spielführerin Merle Carstensen verzichten muss (wir berichteten), hat nun auch Franziska Peters ihren Abschied von den Nordfrauen offiziell gemacht. Auf diesen Verlust konnte man sich beim Zweitligisten allerdings schon längere Zeit einstellen, denn eigentlich wollte Peters schon in dieser Saison eine Handballpause einlegen, konnte im Juni 2019 aber vom Trainergespann noch umgestimmt werden (zum Artikel).

“Es sollte definitiv nur für ein weiteres Jahr sein”

Nach der Saison gönnt sich Franziska Peters, die zur Saison 2018/19 zum TSV Nord Harrislee kam, jetzt die Pause. “Es müsste ziemlich genau ein Jahr her sein, dass ich bekannt gegeben habe, nach der Saison 18/19 eine Pause machen zu wollen. Dass Fenja und Catharina dann schwanger wurden und ich mich doch noch für eine weitere Saison bei den Nordfrauen entschieden habe, um die Mannschaft zu unterstützen, stand eigentlich damit auch für mich schon fest, dass es definitiv nur für ein weiteres Jahr so sein wird.”

Die Begründung bleibt die gleiche wie vor einem Jahr: “Im November, als Shorty dann seinen Rücktritt verkündet hat, habe auch ich der Mannschaft gesagt, dass für mich im Mai endgültig Schluss sein wird – damit haben aber auch die meisten gerechnet (sie lacht). Es ist vor allem der wahnsinnig zeitliche Aufwand. Für jedes Training bin ich 5-6 Stunden außer Haus, arbeite Vollzeit (regelmäßig auch am Wochenende) und der Haushalt macht sich ja auch nicht von allein. Ich wurde vor allem von meinem Freund Robin und meiner Familie unglaublich toll unterstützt in dieser Zeit. Aber irgendwann ist die Luft raus und ich freue mich jetzt erst mal auf die Zeit ohne Handball und viel Zeit für Familie und Freunde – wie lange diese Zeit ohne Handball sein wird? Keine Ahnung.”

“Diese Ungewissheit macht die gesamte Situation nicht gerade leichter”

Ihrem Team wird sie aber auch in ihrer Pause treu bleiben und weiterhin die Daumen drücken. “Ich fiebere trotzdem die ganze Zeit mit, wie es bei den Nordfrauen weiter gehen wird. Diese Ungewissheit macht die gesamte Situation zur Zeit aber nicht gerade leichter. Ich hoffe sehr, dass ein adäquater „Ersatz“ für das Trainerteam gefunden wird und das großartige junge Team sich in der 2. Liga weiter etablieren und entwickeln kann.”





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Handball

Merle Carstensen wechselt in die 1. Bundesliga zum VfL Oldenburg

Die Kapitänin geht von Bord und sticht in ein neues Abenteuer. Nur noch zehn Mal wird Merle Carstensen im Trikot der Nordfrauen vom TSV Nord Harrislee auflaufen, dann ist für sie Schluss. Die Rückraum-Chefin wird sich einen Traum erfüllen und wechselt zur neuen Saison zum VfL Oldenburg. Hier wird der Publikumsliebling der Nordfrauen in der ersten Handball-Bundesliga aktiv sein.

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Merle Carstensen
Merle Carstensen wechselt in die Bundesliga zum VfL Oldenburg. Fotos: SPEEDPhotos.de

“Ich denke, dass es für jeden Leistungssportler der Traum ist so hoch wie möglich zu spielen, somit würde ich es auch fraglich finden, wenn ein Leistungssportler über ein solches Angebot nicht nachdenkt”, sagte Merle Carstensen in unserem “Spieltags Talk” vor knapp einem Jahr. Nun wird ihr Traum von der ersten Bundesliga wahr. Ab der Saison 2020/21 wird die 25-jährige Rückraumspielerin für den VfL Oldenburg in der Bundesliga spielen, wie der Verein heute bekannt gab. Unterschrieben hat sie einen Zweijahresvertrag.

Der VfL Oldenburg liegt aktuell auf Platz elf der Tabelle, zuletzt verlor die Mannschaft aus Niedersachsen am Wochenende gegen die Neckarsulmer Sport-Union mit 21:23. Auch am Mittwoch wird in der Liga gespielt. Gegner der Mannschaft von Niels Bötel ist der Buxtehuder SV.

“Durch Shorty wurde ich die Spielerin, die ich heute bin”

Der Abschied aus Harrislee dürfte ihr mit dem Rücktritt von Shorty Linde zum Saisonende und der ungewissen Zukunft der Mannschaft etwas leichter gefallen sein. Im “Spieltags Talk” sagte sie damals: “Shorty und ich haben durch die jahrelange Zusammenarbeit natürlich einen sehr engen Draht zueinander aufgebaut und als Kapitänin bin ich auch die erste Ansprechpartnerin für ihn, wenn er an die Mannschaft herantreten möchte. Ich bin sehr froh darüber, dass Shorty mir seit Jahren dieses Vertrauen schenkt, nicht nur auf, sondern auch abseits des Spielfeldes. Ich denke durch Shorty bin ich erst zu der Spielerin geworden, die ich heute bin.”

Vor dem TSV Nord Harrislee spielte Merle Carstensen in ihrer Heimat beim MTV Leck, beim Bredstedter TSV und der HSG Handewitt/Nord Harrislee.





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