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Rogges Rumpfteam verkauft sich gegen Spitzenreiter Zwickau teuer

Nordfrauen verpassen eine Überraschung

Harrislee – Die Handballerinnen des TSV Nord Harrislee haben in der zweiten Handballbundesliga ihre vierte Niederlage in Serie hinnehmen müssen. Doch gegen den Tabellenführer BSV Sachsen Zwickau, imponierten die Nordfrauen trotz des 24:27 (15:13) Endstandes und verkaufte sich teuer. „Ich kann meine Mannschaft nur loben, sie hat ein tolles Spiel gemacht“, ordnete Nord-Trainer Olaf Rogge die Partie kurz nach dem Anpfiff genauso ein, wie sich die Leistung auf dem Parkett der Holmberghalle darstellte, denn der Außenseiter aus Harrislee verlangte dem Zweitligaprimus, der sich schon seit zwei Jahren den Aufstieg als Muss zum Ziel gesetzt hat, alles ab.

“Das macht so viel Spaß”

Mit einer offensiven Deckungsvariante im 5-1 Stellungsspiel mit der vorgezogenen Lotta Woch, überraschte der Nord-Coach die Gäste. Zudem zeigten die Gastgeber ein flüssiges Offensivspiel mit viel Willen in den Abschlüssen. So eröffnete Sophia Frauenschuh mit dem 1:0 den Torreigen und nach dem 1:1 Ausgleich durch Zwickaus Anna-Lena Hausherr per Siebenmeter, trafen Catharina Volquardsen und Lotta Woch in der dritten Minute zum 3:1 für die Nordfrauen. Die Führung gab das Rogge-Team bis zur Pause nicht mehr her. Ein verdientes 15:13 leuchtete nach dreißig Minuten von der Anzeigentafel der Holmberghalle. „Das macht so viel Spaß“, war freudig aus der Harrisleer Spielerinnentraube auf dem Weg in die Kabine zu hören. Bei zwei vergebenen Siebenmetern im ersten Durchgang, war sogar eine höhere Führung möglich.

Schwache Vorstellung der Schiedsrichter

Eine ganz schwache Leistung zeigten aber schon da die beiden Schiedsrichterinnen Saskia Blunck und Svenja Maczeyzik. Viele Zweikämpfe wurden nicht konsequent geahndet, so dass bei zu harten Aktionen Zwei Minuten Strafen ausblieben. Zudem war der Gästetrainer als lautstarker „Dauerredner“ in der Holmberghalle unterwegs, die bei anderen Trainern für die gesamte Rückrunde reichen würden. Eine Ermahnung von Blunck/Maczeyzik, Fehlanzeige. Nach dem Wechsel erzielte Zwickau schnell den 15:15 Ausgleich. Dann waren Blunck/Maczeyzik erneut inkonsequent. Nach einer Attacke von Zwickaus Alisa Pester gegen Harrislees Madita Jeß, die sie bei einer Abwehraktion mit der Faust in die Seite traf, gab es nur Zwei Minuten und nicht die regelkonforme rote Karte.

Favorit steigert sich

So steigerte sich der Tabellenführer im zweiten Durchgang weiter in der Defensive und bekam den Harrisleer Angriff unter Kontrolle. Eroberte Bälle wurden genutzt und der entstandene 6:0 Lauf mündete in einer eigenen 19:15 Führung. Erst dann beendete Nord-Kapitänin Lotta Woch mit dem 16:19 die zwölfminütige Harrisleer Torflaute. Während die Gäste den Eindruck eines Spitzenteams und Aufstiegsanwärters zunächst weiter nicht hinterlassen konnten, kämpften sich die Nordfrauen zurück. Johanna Andresen traf zum 19:20 Anschluss und nach einem verwandelten Siebenmeter durch Lotta Woch zum 20:21, war neun Minuten vor dem Abpfiff noch Wende drin. Doch die schlechtesten Akteure auf dem Feld machten weiter Fehler. Das Schiedsrichtergespann Blunck/Maczeyzik, das sogar eine Klasse höher in der Frauenbundesliga pfeifen darf, verlor vollends die Übersicht. Dies gipfelte in einem angezeigten Zeitspiel. Nachdem sie den Arm hoben, hätte Sachsen Zwickau noch die regelkonformen sechs Pässe zur Verfügung gehabt. Doch der siebente Pass kam zu Katarina Pavlovic, die mit ihrem Wurf und so achten Ballkontakt, fünf Minuten vor dem Abpfiff das vorentscheidenden 20:24 erzielte. Zwei Minuten später stand es 21:26 und bis zum Schluss konnten die Nordfrauen mit dem 24:27 noch etwas Ergebniskosmetik betreiben.

“Die erste Halbzeit gehörte zu den besten, die wir in dieser Saison gespielt haben”

„Ich werde nicht den Fehler bei den Schiedsrichtern suchen“, hielt sich Nord-Coach Olaf Rogge nach dem Abpfiff sportlich vorbildlich zurück. „Die erste Halbzeit gehörte zu den besten, die wir in dieser Saison gespielt haben. Am Ende fehlten etwas Kraft und Konzentration“, so Rogge, der mit Marieke Paulsen am Kreis und Rechtshänderin Johanna Andresen auf Rechtsaußen, zwei Spielerinnen über sechzig Minuten auf für sie „fremde“ Positionen agieren ließ. Beide machten ihre Sache hervorragend, wie die gesamte Mannschaft, die so eine verdiente Überraschung verpasste. Ihr Trainer Olaf Rogge kommentierte den Auftritt der Nordfrauen dann auch voller Stolz. „Ich habe eine tolle Mannschaft, die ein tolles Spiel gemacht hat. Respekt.“ Zumindest konnte sich der Trainer unter der Woche über die Vertragsverlängerungen von Spielmacherin Leonie Mettner und der noch verletzten Kreisläuferin Hanna Klingenberg freuen.

Weitere Spielerinnen bleiben

“Seit Januar 2020 gehört Leonie Mettner zum Kader und wird auch in der kommenden Saison das Trikot der Nordfrauen mit der Nummer 10 tragen. Für den TSV Nord Harrislee war Leonie zur Saisonmitte als Neuzugang aus Buxtehude ein Glücksgriff. Durch die gezeigten Leistungen hat sie sich in ihrem ersten Jahr in der 2. Bundesliga direkt als wichtiger Bestandteil der Nordfrauen präsentiert”, freut sich der Verein über die Verlängerung von Mettner. Hanna Klingenberg arbeitet hingegen auf ihre Rückkehr hin, sie verletzte sich im ersten Saisonspiel am Knie. “Hierzu erhält sie vereinsseitig alle Zeit und Unterstützung, die sie dafür benötigt. Die Nordfrauen sind davon überzeugt, dass ihre Rückennummer 44 zur neuen Saison wieder auf dem Spielfeld mitwirken und am Kreis ihr Können unter Beweis stellen kann.” (jös)





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