Mittendrin statt nur dabei

Warum Betreuer ihren Job lieben

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Sie sind die gute Seele einer Mannschaft. Mit viel Herz sind Betreuer jede Woche im Einsatz und sorgen sich um das Wohlergehen ihrer Spieler.

Betreuer zu sein bedeutet nicht nur vor dem Training und den Spielen die Wasserflaschen der Spieler aufzufüllen, Bananen zu schneiden und Äpfel zu schälen oder als erster mit dem Eisspray bei einer Verletzung parat zu stehen. Ein Betreuer ist weit mehr für eine Mannschaft. Oftmals ist der Betreuer auch die gute Seele des Teams, ein Bindeglied zwischen Spielern und Trainern und manchmal auch Seelsorger und guter Zuhörer. Wo auch immer der Schuh drückt, sie stehen mit Rat und Tat zur Seite. Wer einmal Betreuer war, hört so schnell nicht wieder auf.

Fred Schmidt

Fred Schmidt. Foto: Jörg Lambach

Eine Betreuer-Institution ist Fred Schmidt, der auch mit 68 Jahren noch nicht ans aufhören denkt und dem TSV Nord Harrislee weiterhin die Treue hält. Gespielt hat er noch beim TSV Weiche-West. „Nach meinem Sportunfall bin ich durch Kalli Lück zum TSB Flensburg bzw. zum Vorläufer FTB gekommen. Lück, der zunächst Schiedsrichter war, hatte die damlige A-Jugend übernommen. Beim TSB war ich dann 33 Jahre lang Betreuer“, erinnert sich Fred Schmidt. Aber nicht nur bei der A-Jugend des Vereins war er aktiv. Auch im B-Jugend Bereich, bei den zweiten Männern und der Liga war er der Mann für alle Fälle. Zwischendurch war er kurz bei DGF Flenborg. „Da habe ich aber nur einmal kurz reingeschnuppert“, schmunzelt Fred, der auch gerne mal mit Jürgen Lück, der früher bei Flensburg 08 im Tor stand, zusammengearbeitet hätte. „Das habe ich leider nie geschafft.“ Nun ist Fred Schmidt schon seit der Saison 2012/13 beim TSV Nord Harrislee aktiv. Auch als 2021 die Lichter am Holmberg ausgingen und sich die Herrenmannschaft aus dem Spielbetrieb zurückzog, blieb Fred trotz ungewisser Zukunft an Bord. Und das obwohl er im Laufe der Jahre zahlreiche Angebote anderer Vereine bekam. „Sogar Holstein Kiel und der FC St. Pauli hatten mal angefragt“, erinnert er sich an Gespräche mit Holger Stanislawski und Helmut Schulte. „Aber ich bin Flensburg immer treu geblieben. Es sieht zwar jetzt schlecht aus mit dem TSV Nord, aber es kann ja nur besser werden“, lacht er. Seine Motivation ist dabei ganz klar: „Ich mag einfach mit jungen Leuten zusammenarbeiten und da was zu reglen.“

Uwe Slawik. Foto: Privat

Uwe Slawik

Seit fast 30 Jahren ist Uwe Slawik als Betreuer dabei und hat schon einige Stationen durchlaufen. Bevor er 2003 die A- und B-Jugend von DGF Flensborg in der Regionalliga übernommen hatte, war Uwe bei Flensburg 08 aktiv, wo er später auch viele Jahre als Betreuer tätig war. Es folgten Stationen beim FC Sylt, DGF Flensborg, in Handewitt, beim TSV Nord Harrislee, beim TSB Flensburg und nun wieder bei der Ligamannschaft von DGF Flensborg. „Man lernt immer neue Spieler und neue Leute kennen, das freut mich immer“, sagt Uwe über seine Vereinstätigkeit.

Hans Otto Schmidt

Hans Otto Schmidt. Foto: Privat

Eine wahre Betreuer-Legende ist auch Hans Otto Schmidt, den man beim TSV Nordmark Satrup nur als „Hosch“ kennt.
„Beim TSV Nordmark Satrup war ich von 1993 bis 2023 Betreuer“, berichtet „Hosch“. „Zuerst bei der Dritten, dann zusätzlich bei den Damen, danach bei der Zweiten und von 2009 bis 2023 bei der Liga“, erinnert er sich. An den Job kam er zufällig und dachte damals vermutlich nicht, dass dieses Hobby ihn 30 Jahre seines Lebens begleiten würde. „Da damals kein Betreuer da war habe ich das übernommen und bin dabei geblieben.“ Gründe dafür gab es mehrere. „Freude bereitete mir der Umgang mit den Spielern, ihre Entwicklung und der Sport ansich.“
Unvergessen beim TSV Nordmark Satrup ist auch Otto Bock, der 70 Jahre beim TSV Nordmark Satrup war, davon 42 Jahre als Betreuer der ersten Herrenmannschaft. Er starb im Oktober 2020 im Alter von 85 Jahren.

Heiko Schepler

Heiko Schepler. Foto: Katja Bobzin

Bei IF Stjernen Flensborg war Heiko Schepler bis 2022 fünf Jahre lang die gute Seele der Ligamannschaft. „Lars Meyer hatte mich damals gefragt“, erinnert er sich und nahm sich seitdem sehr viel Zeit für die Mannschaft. „Scheppo hatte eine Art Vaterfunktion“, sagt Stjernen-Angreifer Ole Lund. „Viele Spieler kannte er schon, seitdem wir ganz klein waren.“ Im Sommer 2022 ging für Heiko Schepler mit dem Heimsieg gegen den TuS Rotenhof und der damit verbundene Klassenerhalt seine Zeit als Betreuer bei IF Stjernen emotional zu Ende. „Das waren fünf tolle und intensive Jahre mit viel Spaß.“ Ganz an den Nagel hat er seinen Betreuer-Job aber noch nicht gehängt. Seit 2023 ist er für die TNS Sports Allstars aktiv und gehört zum Team der Benefizmannschaft.

Joscha Friebus

Joscha Friebus. Foto: TNS Sports

Es hat seine Zeit gedauert, doch seit diesem Sommer hat IF Stjernen auch einen Nachfolger für „Scheppo“ gefunden. Mit Joscha Friebus, der früher selbst aktiv bei Flensburg 08 spielte, hat Stjernen einen jungen, neuen Betreuer im Amt. „Da ich aufgrund von Verletzungen selbst nicht mehr spielen kann, bin ich als Betreuer trotzdem beim Mannschaftssport dabei“, freut sich Joscha. Zu seinem neuen Betreuerjob kam Joscha Friebus durch Freunde, die in der Mannschaft spielen. „Besonders Spaß bringt mir der Ausgleich zum Arbeitsalltag und das ich mit vielen Freunden mehrmals in der Woche Zeit verbringen kann.“


Dieser Artikel erschien zuerst in der FLENSBURG SPORT #34 / November 2023. 





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