Di, 16. August, 2022

Letztes Heimspiel

Knappe Niederlage beim Woch-Abschied

Die Nordfrauen kassieren im letzten Heimspiel der Saison eine 29:31 Niederlage gegen  einen starken TuS Lintfort. Nur Kleinigkeiten fehlten zum Punktgewinn.

Harrislee – „Ein gutes Zweitligaspiel“, brachte es der DJ in der Holmberghalle auf den richtigen Nenner. „Man kann nicht von einem glücklichen Sieger sprechen. Lintfort hat schon eine Supertruppe. Die stabilere Mannschaft hat gewonnen“, stellte Nord-Trainer Olaf Rogge nach der Partie fest. Zwei Analysen, die tolle sechzig Handballminuten in der Holmberghalle widerspiegelten, nach denen sich der TSV Nord Harrislee gegen den TUS Lintfort am Ende mit 29:31 (14:15) beugen musste.

Besonderer Abschied für Lotta Woch

Bei einem Spiel „auf Augenhöhe“, so Rogge, fehlten seinem Team am Ende Kleinigkeiten, um zumindest einen Punktgewinn zu verbuchen. Doch zunächst stand das letzte Saisonheimspiel in der Holmberghalle nicht im Blickpunkt von Torerfolgen. Marieke Paulsen, die den verletzungsbedingt kleinen Harrisleer Kader seit Saisonbeginn verstärkte und aus privaten wie beruflichen Gründen dem Aufwand für Zweitbundesligahandball nach eigenen Angaben nicht mehr gerecht werden könnte, wurde ebenso verabschiedet wie Kapitänin Lotta Woch. Ihr zu Ehren, präsentierten sich alle Harrisleer Spielerinnen nach dem Auflaufen mit dem Trikot mit der Nummer 6. Eben das Trikot von Lotta Woch.

Angetrieben von ihrer tollen Verabschiedung, dominierte das Duo Woch/Paulsen die erste Viertelstunde des TSV Nord Harrislee im Angriff. Paulsen eröffnete mit dem 1:0 den Torreigen der Partie. Nachdem Woch die nächsten vier Treffer der Nordfrauen erzielte, traf Paulsen zum 6:6. Erst ein verworfener Siebenmeter von Woch brach den Bann. Denn für den nächsten Strafwurf trat wie schon währen der gesamten Saison traditionell Madita Jeß als Schützin an. Sie markierte den 7:7 Ausgleich. Nach der 8:7 Führung durch Catharina Volquardsen, setzten sich dann die schnell auf den Beinen agierenden Gäste etwas ab. Der TuS verfügte über eine variablen Rückraum, der zudem treffsicher war. Vor allem Prodence Kinlend, die nicht groß gewachsen, aber sprung- und wurfgewaltig auftrat, sowie Jule Samplonius sorgten für Druck. Zudem gelangen Anspiele an den Kreis und die kräftige Jana Willing kam so aus der Nahdistanz zu Torerfolgen. Fünf Minuten vor der Pause lagen die Gastgeberinnen klar mit 10:14 hinten.

“Als stünde es Spitz auf Knopf”

Doch die Nordfrauen wären nicht die Nordfrauen, wenn sie solche Rückschläge nicht abschütteln würden. Jeß, Woch, Matilda Pleger und Paulsen, sorgten für den 14:15 Anschluss zur Halbzeit. Das gute Zweitligaspiel, fand auch im zweiten Durchgang seine Fortsetzung. Den schnellen Gegentreffer zum 14:16 steckten die Gastgeberinnen weg und gingen acht Minuten nach Wiederbeginn durch ein Tor von Jeß mit 18:17 selbst wieder in Front. Doch einige leichte Fehler im Angriff, wurden mit Gegentoren bestraft.

Mitte der zweiten Halbzeit lagen die Nordfrauen mit 19:22 hinten, nach dem 21:24 (48.), nahm Coach Olaf Rogge eine Auszeit. Beim 26:28, fünf Minuten vor dem Abpfiff, war noch alles drin. Doch die Gäste hatten in Form von Naina Klein noch einen Trumpf im Ärmel. Die hochgewachsene Rückraumspielerin sorgte mit ihrem Doppelschlag zum 26:30 für die Vorentscheidung. Der Anschluss von Lotta Woch und Tabea Schleemann zum 28:30 kam zu spät und so stand am Ende eine 29:31 Niederlage gegen den Tabellenvierten, der noch vor gut sechs Wochen vom Bundesligaaufstieg geträumt hatte. „Wenn wir Lintfort auf unser Konzept von 24 oder 25 Gegentoren in der Deckung gehalten hätten, wäre mehr drin gewesen. Es ging zwar um nichts mehr, aber beide Mannschaften haben gespielt, als stünde es in der Saison Spitz auf Knopf“, so die abschließende Analyse von Olaf Rogge. (jös)





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