Pechsträhne der Nordfrauen hält an: Erneute Niederlage mit nur einem Tor Rückstand

Madita Jess
Madita Jess. Archiv-Foto: SPEEDPhotos.de

Das gibt’s doch gar nicht: Im dritten Spiel in Folge mussten die Nordfrauen vom TSV Nord Harrislee eine Niederlage mit nur einem Tor Rückstand einstecken. Wie schon gegen den VfL Waiblingen und den HSV Solingen fehlte auch gegen den TVB Wuppertal am Ende das Quäntchen Glück. “Das ist natürlich sehr unglücklich und frustrierend. Das kratzt an unserem Selbstbewusstsein”, sagte Trainer Shorty Linde am Sonntag.

Aufholjagd kam zu spät

Die Heimmannschaft konnte sich vor 145 Zuschauern in der Sporthalle in Buschenburg nach fünf Minuten eine Führung erspielen. Zeitweise liefen die Nordfrauen fünf Toren hinterher. Zur Pause stand es 17:14 für den TVB Wuppertal. Sechs Verwarnungen sprachen die Schiedsrichter aus.
Im zweiten Durchgang sah es lange Zeit nach einem Durchmarsch des TVB Wuppertal aus. Erst in den letzten zehn Minuten machte es der  TSV Nord Harrislee noch einmal spannend. Lag man in der 53. Minute noch mit 25:31 zurück, konnten Madita Jeß und Johanna Andresen das Spiel zum Ende hin doch noch mal spannend machen. Gemeinsam erzielten sie fünf Tore in Folge, so dass es 90 Sekunden vor Schluss nur noch 31:30 für Wuppertal stand, die zum Timeout griffen. In der Schlussminute hatte der TSV Nord Harrislee noch die große Chance zum Ausgleich, die Gastgeber konnten ihren knappen Vorsprung aber ins Ziel retten und siegen am Ende nicht unverdient.

“30 Tore auswärts müssen einfach genügen”

“Wir haben das Spiel in Wuppertal selbst aus der Hand gegeben”, zog Linde sein Fazit. “Wir fangen leider erst zu spät an aggressiv und körperbetont dagegen zu halten. Wir verlieren zu leicht zu viele 1 gegen 1 Duelle. Wir schaffen es 30 Tore auswärts zu werfen, das muss einfach genügen. Das ist stark, doch wir haben in der Abwehr viel zu spät Zugriff zum Gegner gefunden.”

Am Sonntag hatte der Trainer auch bereits eine ausgiebige Videoanalyse des Spiels gemacht und war erneut nicht glücklich mit den Spielleitern. “Die Schiedsrichter haben 32 fragwürdige Entscheidungen gefällt. Wenn nur die Hälfte dieser Entscheidungen korrekt sind, dann haben sie uns 16 Mal benachteiligt. Gerade auch in der Schlussphase, wo wir 10 Sekunden vor Schluss den finalen Wurf haben. Da war ein klares Foulspiel am Kreis und sie pfeifen gar nichts.” Seine Lösung ist einfach: “Wir müssen das also selbst in die Hand nehmen. Wir sind zwar auf Augenhöhe, aber das Glück ist uns im Augenblick nicht hold.”