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Hauchdünner 29:28 Auswärtssieg bei TUSEM Essen

Schlusssirene rettet die SG

Essen – Die SG Flensburg-Handewitt hat in der Handballbundesliga gerade noch eine böse Überraschung abwenden können. Denn beim Aufsteiger TuSEM Essen, der als nunmehr Vorletzter der Tabelle gegen den sofortigen Wiederabstieg kämpft, siegte das Team von Maik Machulla hauchdünn mit 29:28 (15:14) Toren. Dabei rettete die Schlusssirene in der Sporthalle Am Hallo in Essen den Bundesligaprimus.

Denn nachdem Hampus Wanne mit der letzten Offensivaktion der SG nervenstark einen Siebenmeter verwandelte, landete der finale Essener Wurf von Lucas Firnhaber zwar im Netz, doch die Schlusssirene ertönte einen Augenblick früher, so dass der Treffer nicht zählte. Der Ball glitt SG-Torhüter Benjamin Buric durch die Finger. Es wäre das unglückliche Ende einer schwachen Torhüterleistung für die Gäste gewesen. Denn Buric und sein Kollege Torbjörn Bergerud hielten in sechzig Minuten nur drei Bälle. Zu wenig für dieses Topgespann, da deren Gegenüber Sebastian Bliß seine Mannschaft mit 14 Paraden im Spiel hielt. Ein Dutzend davon in der zweiten Halbzeit. Zudem waren vier Strafwürfe dabei. Zwei von Wanne und zwei von Jim Gottfridsson. So lastete aller Druck auf dem Angriff der SG, die mit einem schnellen 2:0 begann. Als Kapitän Lasse Svan dann den Ball am langen Pfosten vorbeiwarf und das frühe 3:0 verpasste, kämpften sich die Gastgeber in die Partie. Beim 5:4 und 6:5 nach einer guten Viertelstunde, lag der TuSEM sogar selbst in Front.

Essen verpasst unglücklich die Sensation

Doch nach dem 9:9 (21.) schien die SG sich wieder absetzen zu können. Binnen vier Minuten legte der Tabellenführer eine 13:10 Führung vor. Doch die Essener egalisierten zum 13:13 und 14:14. Mit dem finalen Wurf des ersten Durchgangs, sicherte Göran Sögard der SG dann einen 15:14 Pausenvorsprung. Nach dem Wechsel ging es weiter hin und her. Die SG legte ein Tor vor, TuSEM Essen glich aus. In der 43. Minute trafen die Gastgeber dann zu ihrer ersten Führung, als Noah Beyer den Ball ins leere Tor der Gäste warf. Doch nach dem Rückstand, fand das Machulla-Team zunächst über Kampf wieder zurück ins Spiel und konnte sich vor allem durch die starken Jim Gottfridsson und Göran Sögard eine 26:23 Führung herauswerfen. Die Gastgeber nahmen eine Auszeit und aus dem Pulk der Spieler war zu hören: „Wir haben vorhin schon mal drei Tore aufgeholt.“ Und der Turn- und Sportverein Essen Margarethenhöhe lieferte. Angetrieben von der starken Abwehr um den sich dahinter immer mehr steigernden Keeper Bliß, glichen die Gastgeber eine knappe Minute vor der Schusssirene durch Morante Maldonado aus.

„Essen ist ein toller Aufsteiger”

SG-Coach Maik Machulla nahm seine letzte Auszeit und schwor sein Team noch einmal ein. Der letzte Angriff mündete dann in einem Lattentreffer von Magnus Röd und da dieser zuvor gefoult wurde, gab es Siebenmeter. Hampus Wanne überwand Bliß zum entscheidenden 29:28, weil Firnhabers Wurf erst nach der Schlusssirene den Weg in Flensburger Tor warf. Während SG-Spielmacher Jim Gottfridsson im Interview mit selbstkritisch anmerkte, „dass wir nicht gut und mit letzter Überzeugung zum Tor gegangen und ins laufen gekommen sind und in der Abwehr heute nicht gut genug waren“, schaute er aber auch schon nach vorne. „Wir müssen zufrieden sein mit den zwei Punkten. Wir haben noch drei Monate in dieser Saison und durch die Bundesliga und Champions League noch so viele Spiele.“

Sein Trainer Maik Machulla atmete tief durch. „Essen ist ein toller Aufsteiger. Sie haben uns immer wieder in Bewegung gebracht. Mit ihren kleinen Spielern haben sie es uns sehr schwer gemacht. Leider konnten uns unsere Torhüter heute nicht mal mit der einen oder anderen hundertprozentigen wegnehmen und mit Paraden helfen“, so Machulla, der aber auch sein gesamtes Team trotz der weniger überzeugenden Vorstellung in Schutz nahm. „Die Leistung von uns hatte nichts mit weniger Einstellung zu tun, die Spieler waren heute absolut bereit. Seit dem ersten Spieltag der Saison ist meine Mannschaft fokussiert und das ist bei ihr schon seit Jahren so. Sie macht immer wieder tolle und souveräne Spiele. Nur heute war es halt mal nicht so“, reflektierte Maik Machulla den knappen Sieg nach den Höchstleistungen der vergangenen Wochen und Jahre mit Wohlwollen. (jös)





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