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Kolumne: Jörnis Welt

Erfolge der Jugendmannschaften der Region stehen derzeit still

Thema: Erfolge der Jugendmannschaften

Er ist Flensburgs wandelndes Sportlexikon. Sportjournalist Jörn Saemann teilt exklusiv im TNS Sports Magazin Flensburg seine kuriosesten und lustigsten Erlebnisse und Erinnerungen.


Der Amateursport steht schon sehr lange still und auch die Kinder und Jugendlichen, haben in ihren Vereinen keinen geregelten Wettkampfsport. Der Beginn von Punktspielen steht immer noch in den Sternen. Zum Glück gibt es innovative Ideen, die das sogenannte Homeoffice bietet. Trainingsprogramme, ja sogar Übungseinheiten online. Die Zeit, als sich Kinder und Jugendliche trotz Internet noch nicht darüber Gedanken machen mussten, sich ohne die gepackte Sporttasche fithalten zu müssen, liegt nunmehr gerade mal etwas über ein Jahr zurück. Da warf uns der erste Lockdown praktisch zurück. Davor wurde sich noch im direkten Training und Spiel gemessen und die Zuschauer bewunderten die Aktionen. Für Kinder und Jugendliche gab es immer wieder Vorbilder, denen sie nacheifern und zu gerne ein Autogramm oder auch ein gemeinsames Selfie „entlocken“ wollten.

“Es tut mir leid für alle Kinder und Jugendlichen”

„Es tut mir Leid für alle Kinder und Jugendlichen. Für sie ist Sport und Bewegung so wichtig“, hat auch „Shorty“ Linde (Foto) Wehmut, wenn er an die derzeitigen Umstände denkt. Denn er hat satte 51 Jahre als Trainer gearbeitet, darunter auch schon seit eigenen Kindertagen im Nachwuchsbereich. Und der 62-jährige kann so die Erfolge von Jugendmannschaften in unserer Region sehr gut reflektieren.

Die SG Flensburg-Handewitt im männlichen, sowie der TSV Nord Harrislee im weiblichen Bereich, sind dabei in bester Erinnerung. 2019 wurde die A-Jugend der SG deutscher Meister, der TSV Nord Harrislee schaffte es mit der weiblichen U19 zumindest bis in die Bundesligazwischenrunde. Dies hatte der Unterbau der Nordfrauen in den Jahren zuvor häufiger geschafft und auch die SG Flensburg-Handewitt schnupperte mit Achtel-, Viertel- und Halbfinalteilnahmen oftmals am Titel. 2017 wurde der deutsche Meistertitel gegen die Füchse Berlin nur hauchdünn verpasst.

2004 hingegen gelang es Shorty Linde, mit der SG Flensburg-Handewitt erstmals, den deutschen Meistertitel nach Handewitt zu holen. In der Wikinghalle triumphierte man im Rückspiel des Finales gegen den SC Magdeburg. Dass den Herren exakt im selben Jahr die erste und ersehnte deutsche Meisterschaft vor dem SC Magdeburg gelang, macht die 2004 Erfolgsgeschichte rund.

Harrislee eine entscheidende Talentschmiede

Das Fundament für die erfolgreichen Jugendabteilungen im Handball und die Förderung für den Leistungssport durch die größeren Clubs im hohen Norden vor den Toren Dänemarks, steht aber auf dem großen Fundament der Region, auf das die SG Flensburg-Handewitt und der TSV Nord Harrislee zurückgreifen können. Schleswig, Flensburg, Nordfriesland, Angeln und Südtondern, sind die Einzugsgebiete, bei deren jeweiligen Heimatvereinen der eine oder andere Spieler, beziehungsweise Spielerin, von der großen Handballbühne träumen.

Im weiblichen Bereich ist der TSV Nord Harrislee eine entscheidende Talentschmiede, im männlichen Bereich die SG Flensburg-Handewitt. Titel auf Kreis-, Bezirks-, und Landesebene sammelten beide Clubs weidlich. Zu den Vorgängerclubs zählen viele, wie 1976 beispielsweise der TSV Glücksburg 09. „Wir sind damals beim Endturnier Dritter bei den deutschen Meisterschaften geworden. Neben einer Mannschaft aus Haren und Wolfsburg, haben wir auch gegen TuSPO Nürnberg und die Reinickendorfer Füchse gespielt“, erinnert sich Shorty Linde, der damals A-Jugendspieler bei „Null Neun“ war.

Als Spieler und Trainer, heimste er mit seinen Mannschaften viele Titel ein. „Ich habe bestimmt zwanzig Kreis-, und Bezriksmeisterschaften und gut fünfzehn Landesmeisterschaften mit den Vereinen gewonnen“, so Linde, der 2009 und 2010 mit der SG Oeversee/Jarplund-Weding, eine Art „Double“ mit der weiblichen A-Jugend des Vereins jeweils die deutsche Meisterschaft feierte und verteidigte. In den jeweiligen Regionalligen und später der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein, waren es dann die so wichtigen Platzierungen eins und zwei, die für Qualifikationen für die Bundesligazwischen-, und Endrunden sorgten. Einmal gelang mit dem TSV Nord Harrislee auch der Einzug ins Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft. So hoffen wir in Deutschland erst einmal auf den wichtigsten Sieg, den gegen die Corona-Pandemie, damit solche tollen Vergleiche und sportlich Aktivitäten wieder für Kinder und Jugendliche, sowie die erwachsenen Amateursportler möglich werden. (jös)


Dieser Artikel erschien in unserer Ausgabe März/April 2021




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