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31:28 gegen den THW Kiel bringt der SG wieder Platz eins

SG trotzt dem Corona-Chaos und feiert den Derbysieg

Die SG Flensburg-Handewitt hat sich die Tabellenführung in der Handballbundesliga wieder zurück erobert. Nur drei Tage nachdem der THW Kiel diese durch einen 31:21 Erfolg gegen den SC DHfK Leipzig erklommen hatte, besiegte die Mannschaft von Maik Machulla die Landeshauptstädter im Derby mit 31:28 (17:15) und zog mit 34:4 Punkten am Erzrivalen (33:5) vorbei. Dabei trotzte die SG dem Corona-Chaos der letzten Tage.

Flensburg – Aufgrund der festgestellten Corvid-19 Erkrankung von Lasse Möller und der zudem in Quarantäne befindlichen dänischen Nationalspieler Simon Hald und Mads Mensah Larsen, stieg die Ausfallliste für Trainer Maik Machulla aktuell auf fünf Spieler.
Der THW Kiel musste aufgrund der Quarantäne der dänischen Nationalspieler auf seinen Ausnahmetorhüter Niklas Landin verzichten. Da dass 104. Landesderby aufgrund der Corona-Pandemie auch noch als erstes ohne Zuschauer in die Sportgeschichte eingeht, stand es gerade für die SG Flensburg-Handewitt in der heimischen Flens Arena unter ungünstigen Vorzeichen.

Doch die SG überraschte. Im Gegensatz zum von Machulla angekündigten ruhigen Positionsspiel mit langen Angriffen, agierte die Mannschaft um Spielmacher Jim Gottfridsson mit schnellen Aktionen. Da auch die favorisierten Kieler ihre Offensivaktionen schnell abschlossen, ging es hin und her und es fiel Tor um Tor. Nach dem 3:1 (5.) für die Gastgeber, übernahm der THW Kiel durch einen 5:0 Lauf zunächst das Kommando. Doch nach dem 3:6 (11.), zeigte die SG Flensburg-Handewitt eine starke Reaktion. Sie kämpfte sich zurück ging selbst wieder in Front und so entwickelte sich eine spannende Partie. Bis zum 15:15 wechselten die Führungen oftmals. Gottfridsson und der mit zehn Treffern beste Torschütze des Spiels, Hampus Wanne, sorgten dann für den 17:15 Pausenvorsprung der Hausherren.

Flensburg feiert den Derbysieg

Nach dem Wechsel leisteten sich beide Mannschaften einige technische Fehler und ließen zudem gute Chancen ungenutzt. So blieb es bis zum 19:17, acht Minuten nach Wiederbeginn, beim Zwei-Tore-Vorsprung des Machulla-Teams. Danach leisten sich die Gäste ein paar weitere Fehler, die von der SG schnell zum 22:17 genutzt wurden. THW-Coach Filip Jicha hatte da bereits eine Auszeit genommen und seine Wechselmöglichkeiten genutzt. Die mehr vorhandenen Optionen schienen sich dann auch auszuzahlen, denn die Kieler verkürzten sechs Minuten vor dem Abpfiff durch Superstar Sander Sagosen zum 26:25. Doch die SG nahm das Herz in beide Hände legte zwei wichtige Tore nach. Kreisläufer Johannes Golla traf zum 27:25 und nachdem er einmal nicht abgeschlossen hatte, zog auch der 40-jährige Alexander Petersson in seinem ersten Spiel für die SG nach elf Jahren, entschlossen durch. Wuchtig traf er zum umjubelten 28:25.

Wie zum Ende der ersten Halbzeit, war es dann wieder Gottfridsson und Wanne vorbehalten, mit ihren entscheidenden beiden letzten Treffern, den 31:28 Sieg der SG Flensburg-Handewitt zu sichern.

“Flensburg hat das clever gemacht”

Nach dem Spiel ordnete THW-Trainer Filip Jicha das Spiel und Ergebnis sportlich fair ein. „Glückwunsch an Maik und das gesamte Team der SG. Wie es für uns eine verdiente Niederlage war, war es natürlich ein verdienter Sieg für Flensburg. Wir haben heute die gesamte Zeit nicht zu unserem Spiel gefunden. Flensburg hat das aber auch Clever gemacht und es einfach nicht zugelassen. Wir haben heute einen gebrauchten Tag erwischt.“

“Es war von meiner Mannschaft sensationell”

Bei SG-Trainer Maik Machulla schwang Freude und auch der Stolz über die Leistung seiner Mannschaft in seiner Stimme. „Unter diesen Voraussetzungen, das erste Derby ohne Zuschauer und auch diese vielen Ausfälle, war es von meiner Mannschaft einfach sensationell. Sie steckt immer wieder Verletzungen von Spielern weg. Wir hatten heute zwar viel Qualität auf dem Spielfeld, aber keine Alternativen. Da ist es einfach toll, dass sie dann einen verdienten Sieg eingefahren hat. Man hat gesehen, dass es sich zurecht um zwei Spitzenteams handelt, die sich gegenüberstanden. Bei Alexander Petersson sind wir froh, dass wir ihn haben. Er zeigt seine Erfahrung und wird nicht unruhig. Er hat dann auch ein wichtiges Tor gemacht und im Angriff und Abwehr, wo er gut zurückgelaufen ist und Räume zugestellt hat, ein gutes Spiel gemacht. Er hat auch gezeigt, welche Qualitäten er hat und wir wollen ihn weiter in die Mannschaft einbauen, damit er uns hoffentlich weiter helfen kann.“ (jös)





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